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Region Weser-Elbe
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Schwaneweder Beeke wird naturnäher

Ein Projekt, viele Akteure und Unterstützer*innen (v.l.n.r.): Johannes Kleine-Büning (Leiter Planungs- und Naturschutzamt, Landkreis Osterholz), Nils Gusky (Leiter Wasserwirtschaft, Landkreis Osterholz), Eugen Kolodziej (Leiter Waldschule Schwanewede), Hans-Gerhard Kulp (Vorsitzender BUND Osterholz), Imme Klencke (Geschäftsführerin Biologische Station Osterholz – BioS), Karsten Behr (Geschäftsführer Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung), Dörte Gedat (Vorsitzende Kreistagsfraktion Grüne), Bürgermeister Harald Stehnken (Gemeinde Schwanewede), Jutta Kemmer (BioS – Koordination Gewässerentwicklungsmaßnahmen), Friederich Humborg (Beekeverband), Mara Roß (BUND - Umweltbildung)  (Bernd Quellmalz)

Schwanewede, 8. November 2019. Die BUND Kreisgruppe Osterholz hat jetzt in Kooperation mit der Biologischen Station Osterholz (BioS) das Projekt „Mehr Natur an der Schwaneweder Beeke – renaturieren und davon lernen“ ins Leben gerufen. Dabei wird der BUND einen Abschnitt des Geestbaches naturnah umgestalten (lassen) und mit der örtlichen Waldschule Unterrichtseinheiten in der Mittel- und Oberstufe entwickeln und durchführen. Weiterhin wird der BUND Mitmachmöglichkeiten für naturinteressierte Kinder und Erwachsene anbieten. Gefördert wird das Projekt von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung, dem Landkreis Osterholz, der Gemeinde Schwanewede und der Manfred Hermsen Stiftung.

„Wir wollen zum einen den ökologischen Zustand der Schwaneweder Beeke verbessern, die Artenvielfalt fördern und selten gewordenen Arten wie dem Eisvogel, dem Bachneunauge oder dem Steinbeißer neuen Lebensraum schaffen“, sagte Hans-Gerhard Kulp, Vorsitzender des BUND Osterholz. „Zum anderen möchten wir das Umwelt- und Naturerleben durch Entwicklung von außerschulischen Lernorten am Bach, Führungen und Veranstaltungen ermöglichen. Hierfür arbeiten wir eng mit der Waldschule Schwanewede zusammen.“ Weitere Infos zum Projekt siehe unten.

„Die geplanten umweltpädagogischen Maßnahmen für Kinder und Jugendliche sind vorbildlich, da sie die jungen Generationen für den Wert eines intakten Gewässerökosystems sensibilisieren“, begründete Karsten Behr, Geschäftsführer der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung, die Förderung. Johannes Kleine-Büning, Leiter des Planungs- und Naturschutzamtes des Landkreises Osterholz, meinte: „Dass der BUND nun einen Abschnitt der Schwaneweder Beeke den typischen Tieren und Pflanzen wieder als Lebensraum erschließen möchte, ist sehr begrüßenswert unterstützenswert und nur folgerichtig. Der Landkreis beteiligt sich daher als Naturschutzbehörde gern an der Mitfinanzierung des Projektes. Er setzt dafür Ersatzgelder ein, die die Naturschutzbehörde für Eingriffe in Natur und Landschaft an anderer Stelle eingenommen hat.“ Bürgermeister Harald Stehnken ergänzte: „Wir als Gemeinde gewinnen durch die BUND-Aktivitäten einen weiteren Naturerlebnisraum, von dem Tiere und Pflanzen aber auch die Bürger unserer Gemeinde profitieren werden.“ Eugen Kolodzeij, Leiter der Waldschule, sieht der Zusammenarbeit mit dem BUND mit Freude entgegen: „Heutzutage ist es wichtig, Kinder und Jugendliche schon früh an die Natur heranzuführen. Denn nur was sie kennen gelernt und selbst erlebt haben, werden sie auch schützen wollen.“ Imme Klencke, Geschäftsführerin der Biologischen Station Osterholz: „Wir freuen uns, als Kooperationspartnerin durch das Einbringen unserer fachlichen Erfahrungen aus vorausgegangenen Gewässerrenaturierungen einen Beitrag zum Gewässerschutz und zum Erhalt der Artenvielfalt leisten zu können.“


Mehr Natur an der Schwaneweder Beeke

Ein Mitmach-Projekt im Landkreis Osterholz

Hier soll die Schwaneweder Beeke nach der Renaturierung mäandrieren.  (Bernd Quellmalz)

Schwanewede, 1. September 2019. Die BUND Kreisgruppe Osterholz hat jetzt in Kooperation mit der Biologischen Station Osterholz (BioS) das Projekt „Mehr Natur an der Schwaneweder Beeke – renaturieren und davon lernen“ ins Leben gerufen. Nachdem der BUND Osterholz zusammen mit der Aktionsgemeinschaft Bremer Schweiz und dem NABU Schwanewede bereits einen von drei Bachabschnitten naturnah umgestaltet hat, folgt nun mit dem Abschnitt 3 Loge der nächste Bereich. Neben dieser Gewässerentwicklungsmaßnahme wird der BUND mit der örtlichen Waldschule Unterrichtseinheiten in der Mittel- und Oberstufe entwickeln und durchführen. Auf diese Weise soll zum einen eine Erfolgskontrolle der Maßnahme gewährleistet werden als auch ein Erkenntnisgewinn für die Schüler*innen entstehen. Weiterhin bietet das Projekt Mitmachmöglichkeiten für naturinteressierte Kinder und Erwachsene. Gefördert wird das Projekt von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung, dem Landkreis Osterholz, der Gemeinde Schwanewede und der Manfred Hermsen Stiftung.

Warum gerade die Schwaneweder Beeke?

Diesen Abschnitt der Schwaneweder Beeke (Kirchenacker), etwas oberhalb des Abschnitts 3 Loge, haben Aktionsgemeinschaft Bremer Schweiz, BUND Osterholz und NABU Schwanewede bereits 2017 renaturiert.  (Bernd Quellmalz)

Die Schwaneweder Beeke ist ein kleiner Bach und liegt am Rand von Schwanewede im Landkreis Osterholz. Mit ihrem weitgehend kanalartigen Verlauf zeigt die Schwaneweder Beeke heute nur noch wenige Elemente eines naturnahen Gewässers. Die ursprünglichen Bachschleifen sind durch Begradigungen verschwunden. Das Bachbett wurde immer weiter vertieft, so dass steile Ufer entstanden sind. Die ehemals kiesige Sohle ist versandet. Gegenwärtig bietet der Bach gewässertypischen Pflanzen und Tieren nur noch wenig Lebensraum. Wo artenreiche Feucht- und Nasswiesen früher ein buntes Blütenbild boten, ist heute durch tiefgehende Entwässerung und starke Düngung intensive Landwirtschaft möglich. Altarme, Kleingewässer, Röhrichte und Hochstaudenflure, die für naturnahe Überschwemmungslandschaften typisch sind, gibt es nicht mehr.

Die Schwaneweder Beeke bietet mit ihrer Niederung lokal ein hohes Potential als Lebensraum für typische Tier- und Pflanzenarten der Auenlandschaften und damit auch für die ökologische Aufwertung. Zwar stand die Renaturierung des Baches seit Jahren im Fokus der Politik, konnte aber wegen starken Widerstands aus der Landwirtschaft bis 2017 nicht umgesetzt werden. Mittlerweile ist es der Aktionsgemeinschaft Bremer Schweiz, der BUND Kreisgruppe Osterholz und dem NABU Schwanewede in Zusammenarbeit mit der BioS gelungen, einen ersten Abschnitt zu renaturieren sowie Gewässerentwicklungsmaßnahmen an zwei weiteren Bachabschnitten zur Genehmigung zu bringen. Weiterlesen

Was wollen wir erreichen?

Der BUND möchte mit dem neuen Projekt

  • den ökologischen Zustand der Schwaneweder Beeke verbessern. Naturnahe Gewässerabschnitte steigern die Selbstreinigungskraft des Gewässers und verbessern seine Qualität als Lebensraum.
  • den Bach wieder beleben und für die Bewohner von Schwanewede erlebbar werden lassen,
  • die Artenvielfalt fördern und selten gewordenen Arten wie dem Eisvogel, dem Bachneunauge oder dem Steinbeißer neuen Lebensraum schaffen,
  • Umwelt- und Naturerleben durch Entwicklung von außerschulischen Lernorten am Bach, Führungen und Veranstaltungen ermöglichen.

Dabei verfolgt der der BUND folgende Ziele:

  • Das Projekt soll durch die Renaturierung eines Abschnitts der Schwaneweder Beeke neuen Lebensraum für aquatische Lebewesen an diesem Geestbach schaffen, indem Flutmulden, Überflutungsflächen, Kiesbänke usw. angelegt werden.
  • Das Projekt soll Bildung fördern und Wissen vermitteln, insbesondere in Schulklassen. Dabei stehen die Ökologie der Gewässer, die chemisch-physikalischen und biologischen Eigenschaften sowie der Erwerb von Artenkenntnissen im Mittelpunkt.
  • Das Projekt soll Kinder, Jugendliche und Erwachsene ermutigen, sich für den Schutz von Gewässern und Grundwasser einzusetzen, und so neue freiwillige Helfer*innen für den Natur- und Umweltschutz gewinnen.

Was ist zu tun?

Renaturierung

Die südlich des besagten Bachabschnitts der Schwaneweder Beeke gelegene Maßnahmenfläche soll mit ihren feuchten Verhältnissen gesichert und dort neue Flachwasserverhältnisse geschaffen werden. Aufgrund der teilweise sehr geringen Wasserführung und beinahe stehender Verhältnisse in der Schwaneweder Beeke wird außerdem ein neuer schmaler Bachlauf mit naturraumtypischem Substrat aus Sand und Kies entstehen. Der neue Bachlauf wird sich im Landschaftsbild als wenig eingetieftes Gewässer mit schmaler Niedrigwasserrinne, breiten Bermen und flachen Böschungen darstellen. Hier können nun typische Gehölze wie Erlen wachsen. Der vorhandene Freizeit- und Wanderweg wird zwischen Grünlandfläche und neuer Schwaneweder Beeke verlegt werden. Er bietet damit gute Voraussetzungen, die umgestaltete Schwaneweder Beeke zu erleben. Die Koordination der Gewässerentwicklungsmaßnahmen erfolgt durch die (BioS).

Kontakt: Dr. Jutta Kemmer, BioS, Tel.: 04791 / 9656993, eMail: knv(at)biologische-station-osterholz.de

Umweltbildung

Schulklassen der Mittel- und Oberstufe in der Waldschule Schwanewede werden in die Aktivitäten des Projektes eingebunden. Sie eignen sich insbesondere durch ihre Beständigkeit dazu, kontinuierlich an ausgewählten Stellen Messungen durchzuführen. So erhält man einen guten Überblick über die Entwicklung des renaturierten Abschnitts der Schwaneweder Beeke im Vergleich zu den naturfernen Bereichen. Gleichzeitig vermittelt eine Umweltpädagogin des BUND den Schüler*innen nachhaltig Kenntnisse über typische Tiere und Pflanzen an Gewässern sowie über die Gewässerökologie. So führen wir Schülerinnen und Schüler schon früh am praktischen Beispiel der begradigten und lebensfernen Abschnitte an der Schwaneweder Beeke im Vergleich zu den renaturierten Bachabschnitten an das Thema Fließgewässerschutz und an wissenschaftliche Messmethodik heran. Dafür wird eine Umweltpädagogin mit den Lehrer*innen der Waldschule Unterrichtseinheiten entwickeln und durchführen. Die Schüler*innen werden sowohl chemisch-physikalische Parameter als auch Tiere des Makrozoobenthos erfassen. Aus der Kombination lässt sich der Zustand des Wassers in der Schwaneweder Beeke ermitteln, insbesondere im Vergleich von nicht renaturierten und renaturierten Bereichen, aber auch im Vergleich der Zeit vor und nach der naturnahen Umgestaltung. Im Rahmen einer Freiwilligen-AG können die Schüler*innen sich über den Unterricht hinaus engagieren.

Neben der Umweltbildung an der Waldschule plant der BUND, Wassergeburtstage, eine Schnitzeljagd und Ferienspaß-Aktionen, aber auch Führungen und Geocaching für Kinder und Erwachsene anzubieten. Auf spielerische Weise möchten wir damit die Teilnehmenden für den Lebensraum Wasser sensibilisieren und begeistern.

Kontakt: Mara Roß, BUND-Umweltpädagogin, Tel.: 0421 / 79002, eMail: mara.ross(at)bund-bremen.net

Machen Sie mit!

Die Umsetzung der Gewässerentwicklungsmaßnahme an der Loge bietet darüber hinaus die Möglichkeit, den Gewässerzustand vor und nach der Realisierung sowie im Vergleich mit dem bereits renaturierten Bachabschnitt langfristig zu untersuchen. Bei möglichst regelmäßigen Wasseruntersuchungen können, wie bei dem BUND-Projekt „Aktion Wasser“, in Abstimmung mit der Waldschule auch ehrenamtliche Bürger*innen aus Schwanewede Wasserproben untersuchen.

Außerdem möchte der BUND nach Möglichkeit eine lokale Arbeitsgruppe aufbauen, die sich dauerhaft um diesen Gewässerabschnitt kümmert. Denn hier werden in den Folgejahren immer wieder mal Pflegeeinsätze wie die Aussaat standorttypischer Wildblumen-Mischungen, Pflanzaktionen und Rückschnitte anstehen. Angestrebt ist es auch, kleinere Biotopelemente wie Totholzhaufen oder Erdwälle als Nisthilfen für Wildbienen anzulegen. Wer dazu Zeit und Lust hat, ist herzlich willkommen.

Kontakt: Bernd Quellmalz, Tel.: 0176 / 51 63 80 85, eMail: bernd.quellmalz(at)nds.bund.net

Das Projektteam

 (BUND)

Bernd Quellmalz (BUND)

Projektleitung

Tel.: 0176 / 51 63 80 85

eMail

 (privat)

Dr. Jutta Kemmer (BioS)

Gewässerentwicklungs-maßnahmen

Tel.: 04791 / 9656993

eMail

 (Birgit Wingrab)

Mara Roß (BUND)

Umweltbildung

Tel.: 0421 / 7900241

eMail

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