Erste naturnahe Gewässerränder

Die Brachfläche an der Grove hilft der Natur unmittelbar.  (Bernd Quellmalz)

Wehdel, 14. Mai 2024. Bei einer Gewässer-Exkursion auf einer Fläche an der Grove haben Vertreter*innen von BUND, Landvolk, Landwirtschwirtschaftskammer, Gemeinde Schiffdorf, Wasser- und Bodenverbänden, dem Umweltschutzverein Wehdel und aus der Landwirtschaft über die Potentiale für eine naturverträgliche Gestaltung der Uferbereiche anhand eines praktischen Beispiels beraten. Auf der begangenen Fläche legt der bewirtschaftende Landwirt in diesem Jahr direkt am Ufer eine 1,1 ha große Brachfläche an. Was das für die Natur bedeutet, war schon bei der Exkursion zu beobachten: Der Hahnenfuß war der vorherrschende Blühaspekt, an kleinen Tümpeln auf der Fläche flogen verschiedene Groß- und Kleinlibellen. Selbst ein Frosch nutzte die Brachfläche schon als Lebensraum. Die Begeisterung war groß. Ein weiterer Landwirt erklärte sich spontan bereit, auf der anderen Uferseite der Grove auf dem Gewässerrand seiner Grünlandfläche auf freiwilliger Basis einen Altgrasstreifen anzulegen und diesen nicht vor 1. Juni zu mähen. Das hilft Insekten und der Natur weiter. BUND und Landvolk möchten nun weitere Landwirte und Landwirtinnen gewinnen, diesem Beispiel zu folgen.


Pflegeeinsatz zum Schutz von Wildtieren

Wehdel, April 2024. Aktive vom BUND Unterweser haben mit Unterstützung des Natur- und Umweltschutzvereins Wehdel haben im Altgrovewald bei Wehdel jetzt Reste von Stacheldrahtzäunen entfernt. Damit gibt es dort nun eine Verletzungsgefahr für Wildtiere weniger. Herzlichen Dank an alle Mitwirkenden.


Erstes Gewässerforum Grove

Landwirtschaft und Naturschutz arbeiten zusammen

Wo lassen sich gemeinsam von BUND und Landwirten in der Groveniederung Gewässerränder naturnah gestalten?  (Bernd Quellmalz)

Geestenseth, 7. März 2024. Wie kann der Rand der Grove östlich von Bremerhaven naturnaher gestaltet werden, ohne die Flächennutzer*innen einseitig zu belasten? Vertreter*innen aus der Landwirtschaft, des Naturschutzes, des Landkreises und der Wasserwirtschaft trafen sich nun am 7. März im Haus der Vereine in Geestenseth zum ersten Gewässerforum. Zusammen wollen die Teilnehmer*innen ein Leitbild entwickeln, das sowohl die wirtschaftlichen Erfordernisse der Landnutzung als auch die ökologischen Potentiale der Gewässerränder einbezieht und auch auf andere Gewässer in der Region übertragbar ist.

Die Veranstaltung ist Teil des Projektes „Kurs auf Blau-Grün – Gewässerränder gemeinsam gestalten“, das der BUND Niedersachsen in Kooperation mit dem Landvolk, Kreisverband Wesermünde e.V. und der Landwirtschaftskammer, Bezirksstelle Bremervörde durchführt. In der Region Weser-Elbe, eine von drei Modellregionen in Niedersachsen, wird in den nächsten drei Jahren versucht, an der Grove zusammen mit Landnutzer*innen eine nachhaltige Kooperation zur ökologischen Aufwertung der Gewässerränder zu etablieren. Unterstützt werden die ökologischen Maßnahmen in den Modellregionen durch einen übergreifenden Dialogprozess, der alle Interessensgruppen einbezieht. Das Projekt läuft bis Herbst 2026, für das auch noch Flächen zur Umsetzung von praktischen Maßnahmen zur naturnahen Entwicklung an der Grove gesucht werden.

Für die Region Weser-Elbe koordinieren Torsten Gaul, stellvertretender Geschäftsführer vom Landvolk Kreisverband Wesermünde und Bernd Quellmalz, BUND-Regionalgeschäftsführer Weser-Elbe zusammen mit dem BUND Unterweser e.V. das Projekt und stehen für weitere Auskünfte gerne zur Verfügung. Gefördert wird das Projekt von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung. Nähere Informationen sind auf der Projekt-Webseite „Kurs auf Blau-Grün“ verfügbar.


Kurs auf Blau-Grün

Gewässerränder gemeinsam gestalten

Die Grove in der Region Weser-Elbe, östlich von Bremerhaven.  (Bernd Quellmalz)

Nur 3% der niedersächsischen Fließgewässer weisen einen guten ökologischen Zustand auf. Zu ihrem Schutz und zur Verbesserung ihrer Qualität ist es wichtig, Naturschutz und Landnutzung gemeinsam zu denken. In einem intensiven Kommunikationsprozess werden in diesem Projekt die wertvollen Gewässerränder in den Fokus genommen, um ihre Entwicklung gemeinsam naturnaher zu gestalten.

Mit dem Niedersächsischen Weg, der am 25. Mai 2020 von Politik, Landwirtschaft und den Naturschutzverbänden BUND sowie NABU unterschrieben wurde, sind neue Wege der Zusammenarbeit eingeschlagen worden. Heimische Fließgewässer sollen durch die Ausweitung der Randstreifen beispielsweise effektiver vor Einträgen aus Pflanzenschutz- und Düngemitteln geschützt werden. Seitdem wurde in der Fläche jedoch wenig erreicht.

Genau hier setzt das Projekt „Kurs auf Blau-Grün – Gewässerränder gemeinsam gestalten“ an, mit dem der BUND die freiwillige naturnahe Gestaltung von Gewässerrandstreifen durch Landnutzende befördern und beschleunigen möchte. Hierfür soll durch ein begleitenden Kommunikationsprozess der partnerschaftliche Austausch zwischen allen relevanten Akteursgruppen unterstützt werden: Naturschutz und Landnutzung sollen zusammengedacht und zusammengebracht werden. Durch diesen Ansatz entfaltet das Projekt ein innovatives Beispiel für den Aufbau und Austausch regionaler Zusammenarbeit beteiligter Akteur*innen bei der Planung und Umsetzung naturnaher Gewässerrandstreifen.

Gemeinsam für den Gewässerschutz

Im ersten Schritt wird in den drei Modellregionen Weser-Elbe, Nienburg und Ostfriesland ein regionales Netzwerk aus Naturschutz, Landwirtschaftsverbänden und anderen Akteuren wie Wasserversorgern geschaffen. Außerdem werden beispielhafte Gewässerrandstreifen entwickelt, die als Best-Practice-Beispiele zur Stärkung des Biotopverbundsystems dienen.

Das Projekt ist in eine Vor- und eine Hauptphase unterteilt. In der einjährigen Vorphase wurde in Form einer Konzeptstudie die Hauptphase intensiv vorbereitet: Die Ziele und Inhalte des Projekts wurden näher definiert, die Kooperationspartner*innen gewonnen und das Konzepte der begleitenden Kommunikationsformen und Aktivitäten entwickelt. Die Hauptphase dient nun der Projektdurchführung mit der Etablierung eines dauerhaften Kooperations- und Dialogformates und der konkreten Umsetzung von Maßnahmen in den Modellregionen.

Kooperationspartner*innen

Laufzeit:


Kunst & Natur

Ingeborg Dammann-Arndt aus Sellstedt, ganz in der Nähe der Grove, hat sich künstlerisch dem kleinen Bach genähert. Im Ergebnis sind drei Kurzfilme entstanden. Neben der wissenschaftlichen Herangehensweise des BUND, der den Naturzustand an der Grove mit seinem Projekt "Kurs auf Blau-Grün" verbessern möchte, bietet der künstlerische Ansatz einen emotionalen Zugang zum Thema Bach, Natur und Renaturierung. Einen Film präsentieren wir auf dieser Seite. Weitere Infos zu dem Kunstprojekt bietet die Website von Frau Dammann-Arndt: Weiterlesen

Quelle: Ingeborg Dammann-Arndt - www.idammann-arndt.de  


Kontakt

Bernd Quellmalz

BUND-Regionalgeschäftsführer Weser-Elbe

Tel.: 0176 51638085

bernd.quellmalz(at)nds.bund.net

Kontakt BUND Niedersachsen