Region Weser-Elbe

Kurs auf Blau-Grün

Gewässerränder gemeinsam gestalten

In der Modellregion Weser-Elbe wird sich der BUND im Rahmen von "Kurs auf Blau-Grün" um die Groveniederung östlich von Bremerhaven im Landkreis Cuxhaven kümmern.  (Bernd Quellmalz)

Auf der Suche nach Lösungen für die anstehenden Herausforderungen soll mit dem Projekt „Kurs auf Blau-Grün – Gewässerränder gemeinsam gestalten“ eine neue Art der Kommunikation und Kooperation von Landwirtschaft und Naturschutz entwickelt und etabliert werden. Ziel des Projektes ist modellhaft aufzuzeigen, dass in der Förderung der Kooperation eine Chance liegt, Ziele des Gewässerschutzes zu erreichen. Im Projekt sollen Naturschutz und Landnutzung zusammen gedacht und zusammen gebracht werden. Dabei gilt es, die Zielkonflikte zwischen Schutz und Nutzung auszutarieren. Um den Rückgang der Biodiversität in Deutschland zu stoppen, trägt auch die Landwirtschaft eine Verantwortung für die auf den heutigen Produktionsflächen entlang von Gewässern befindlichen Flächen lebenden Tier- und Pflanzenarten. Im Ergebnis soll durch das Projekt eine zusätzliche, über die gesetzlichen Vorgaben und auch über die Vereinbarungen des „Niedersächsischen Weges“ hinausgehende freiwillige ökologische Aufwertung der Gewässer inkl. ihrer Randstreifen erzielt werden. Landnutzer sollen ermuntert und ertüchtigt werden, auf den Gewässerrändern ihrer Nutzflächen auf freiwilliger Basis Naturschutzaufgaben wahrzunehmen.

Mit der im Mai 2020 unterzeichneten Vereinbarung „Der Niedersächsische Weg“ hat der BUND als Naturschutz- und Umweltverband gemeinsam mit Landvolk, Landwirtschaftskammer und der Landesregierung Niedersachsen bereits neue Wege der Zusammenarbeit eingeschlagen. Die vorhandenen Partnerschaften mit den Landnutzern möchte der BUND weiter ausbauen, um im Sinne einer sozialen Innovation, gemeinsame Lösungen zu finden und diese in die Fläche zu
tragen.

In den drei Modellregionen Weser-Elbe, Nienburg und Ostfriesland soll sowohl die Zusammenarbeit zwischen Naturschutz und Landwirtschaft im Rahmen eines Kommunikationsprozesses angeschoben als auch die beispielhafte Entwicklung naturnaher Gewässerrandstreifen umgesetzt werden. Damit bildet das Projekt ein innovatives Beispiel für den Aufbau regionaler Zusammenarbeit aus Naturschutz, Landwirtschaftsverbänden und anderen Akteursgruppen (z.B. Wasserversorgern). Es dient der Netzwerkbildung zur Stärkung des Biotopsschutzes an Gewässern. Der Schwerpunkt der konkreten Maßnahmenumsetzung liegt in der Schaffung von best practice Beispielen durch die Entwicklung naturnaher Gewässerrändern zur Stärkung des Biotopverbundsystems.

Das Projekt ist in eine Vorphase und ein Hauptprojekt unterteilt. In der einjährigen Vorphase soll in Form einer Konzeptstudie die Hauptphase intensiv vorbereitet werden, indem eine fokussierte Schwerpunktsetzung auf ein Kernthema erfolgt, entscheidende Akteure gewonnen, Ziele und Inhalte definiert und ein detaillierter Arbeitsplan erstellt werden. Die Hauptphase dient der Projektdurchführung mit der Etablierung eines Kooperations- und Dialogformates zwischen Naturschutz und Landnutzern und der beispielhaften Maßnahmenumsetzung von „best practice“-Beispielen der Gestaltung naturnaher Gewässerränder in den drei Modellregionen. In der Vorphase sollen auch Ideen und Konzepte für begleitende Kommunikationsformen und Aktivitäten entwickelt werden mit dem Ziel, eine deutliche Verzahnung mit dem Kernthema zu erreichen. Dabei soll gemeinsam mit den Akteuren aus der Landwirtschaft ermittelt werden, wie die Kooperations- und Dialogformate optimal durch Aktivitäten der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und der Bildung für nachhaltige Entwicklung begleitet und unterstützt werden könnten.

Kontakt für die Region Weser-Elbe

Bernd Quellmalz, BUND-Regionalgeschäftsführer Weser-Elbe, Tel.: 0176 51638085, bernd.quellmalz(at)nds.bund.net