Kunstaktion "Wie ist dein Blick auf die Grove?"
Landkreis Cuxhaven, 28. Oktober 2025. In unserem Projekt "Kurs auf Blau-Grün. Gewässerränder gemeinsam gestalten." kümmern wir uns in der Modellregion Weser-Elbe zusammen mit Landwirt*innen und dem Landvolk Kreisverband Wesermünde um die Entwicklung von naturnahen Gewässerrändern an der Grove (s.u.). Im Juni haben wir euch gefragt, wie euer Blick auf die Grove ist? An dieser Stelle präsentieren wir nun die eingereichten Kunstobjekte (Reihenfolge ohne Wertung). Wir bedanken uns bei allen Künstler*innen recht herzlich für die Teilnahme.
Die alte Grove
von Helga Schühle und KI
Im Schatten wilder Waldesflur,
da schlängelt sich, so leis wie nur,
die alte Grove in wilder Spur
durch eine urige Natur.
Sie trug das Wasser, Jahr um Jahr
durch Wiesen, Felder wunderbar.
Ein Silberband im grünen Land
von Regen reich, ganz unbeplant.
Doch Menschen gruben tiefer neu,
ein zweites Bett, gerad, nicht frei.
Die neue Grove nimmt nun auf,
den Großteil von des Wassers Lauf.
Die alte Rinne sanft verschnürt
wird still, verliert, was einst sie führt.
Kaum glucksen Tropfen noch durchs Moos
wo einst das Plätschern klang so groß.
So ruft die alte Grove leis:
„Was tief und schnurgerad’, auch seis,
vergiss mich nicht, mein sanftes Tal,
ich bin Natur, nicht nur Kanal“.
Das Unsichtbare sichtbar machen
von Karin Littmann
(Karin Littmann)
Gedanke ist das Fließgewässer mit dem Ursprung im Laschenmoor, die Unterwasservegetation , sonst unsichtbar, in einem Farbspektrum der Ablagerungen vergangener Zeiten darzustellen. Sichtbar im oberen Teil das klare Blau des Universums, das Licht der Sonne, und das Grün des Uferrandes, als Bild zusammen zu fassen.
Mit Flamme, Kupfer und Zink
von Matthias und Timm Kopka
(Matthias und Timm Kopka)
Bei diesem Kunstwerk handelt es sich um eine Eichenbohle, welche wir mit einer künstlerisch dargestellten horizontal Ansicht des Verlaufs der Grove erarbeitet haben. Mit Flamme, Kupfer und Zink haben wir in einem ausgefrästes Bachverlauf Akzente gesetzt und mit viel Handarbeit zum Ausdruck gebracht. Die Rückseite wurde mit stumpfen Werkzeug maschinell in das Holz gefräst/geschliffen. Maße: ca. 162 cm Hoch und ca. 47 cm Breite.
Sommerspaziergang an der Grove
von Juliette Eckel
(Juliette Eckel)
Juliette Eckel lebt und arbeitet seit 2012 in Norddeutschland. Sie ist Mixed Media und Textilkünstlerin, Autorin, Kuratorin, Netzwerkerin und seit vielen Jahren im In-und Ausland als Dozentin im textilen Bereich tätig. Sie stellt regelmäßig international aus. Sie ist Mitglied beim BBK Stade-Cuxhaven und bei der GEDOK Hannover. Nach intensiver Auseinandersetzung mit Färbe- und Drucktechniken sowie dem Experimentieren mit innovativen Materialien, begann sie Mitte der 1990er Jahre alte traditionelle Techniken in ihre Arbeiten zu integrieren. Die Verbindung von Alt und Neu schafft dabei einzigartige Strukturen – eine ganz eigene textile Sprache. Arbeit „Sommerspaziergang an der Grove“ – 2025: Die textile Arbeit – 17x17 cm entstand nach einem Foto. Das Trägermaterial ist Baumwolle, es wurde darauf Maschinen- und Handgestickt. Gerahmt: 43×43 cm.
Erste naturnahe Gewässerränder
Die Brachfläche an der Grove hilft der Natur unmittelbar.
(Bernd Quellmalz)
Wehdel, 14. Mai 2024. Bei einer Gewässer-Exkursion auf einer Fläche an der Grove haben Vertreter*innen von BUND, Landvolk, Landwirtschwirtschaftskammer, Gemeinde Schiffdorf, Wasser- und Bodenverbänden, dem Umweltschutzverein Wehdel und aus der Landwirtschaft über die Potentiale für eine naturverträgliche Gestaltung der Uferbereiche anhand eines praktischen Beispiels beraten. Auf der begangenen Fläche legt der bewirtschaftende Landwirt in diesem Jahr direkt am Ufer eine 1,1 ha große Brachfläche an. Was das für die Natur bedeutet, war schon bei der Exkursion zu beobachten: Der Hahnenfuß war der vorherrschende Blühaspekt, an kleinen Tümpeln auf der Fläche flogen verschiedene Groß- und Kleinlibellen. Selbst ein Frosch nutzte die Brachfläche schon als Lebensraum. Die Begeisterung war groß. Ein weiterer Landwirt erklärte sich spontan bereit, auf der anderen Uferseite der Grove auf dem Gewässerrand seiner Grünlandfläche auf freiwilliger Basis einen Altgrasstreifen anzulegen und diesen nicht vor 1. Juni zu mähen. Das hilft Insekten und der Natur weiter. BUND und Landvolk möchten nun weitere Landwirte und Landwirtinnen gewinnen, diesem Beispiel zu folgen.
Pflegeeinsatz zum Schutz von Wildtieren
Wehdel, April 2024. Aktive vom BUND Unterweser haben mit Unterstützung des Natur- und Umweltschutzvereins Wehdel haben im Altgrovewald bei Wehdel jetzt Reste von Stacheldrahtzäunen entfernt. Damit gibt es dort nun eine Verletzungsgefahr für Wildtiere weniger. Herzlichen Dank an alle Mitwirkenden.
Über Jahre gab es im Altgrovewald noch Reste von Stacheldraht-Zäunen - eine Gefahr für Wildtiere. Höchste Zeit also, etwas zu tun.
(Bernd Quellmalz)
Erstes Gewässerforum Grove
Landwirtschaft und Naturschutz arbeiten zusammen
Wo lassen sich gemeinsam von BUND und Landwirten in der Groveniederung Gewässerränder naturnah gestalten?
(Bernd Quellmalz)
Geestenseth, 7. März 2024. Wie kann der Rand der Grove östlich von Bremerhaven naturnaher gestaltet werden, ohne die Flächennutzer*innen einseitig zu belasten? Vertreter*innen aus der Landwirtschaft, des Naturschutzes, des Landkreises und der Wasserwirtschaft trafen sich nun am 7. März im Haus der Vereine in Geestenseth zum ersten Gewässerforum. Zusammen wollen die Teilnehmer*innen ein Leitbild entwickeln, das sowohl die wirtschaftlichen Erfordernisse der Landnutzung als auch die ökologischen Potentiale der Gewässerränder einbezieht und auch auf andere Gewässer in der Region übertragbar ist.
Die Veranstaltung ist Teil des Projektes „Kurs auf Blau-Grün – Gewässerränder gemeinsam gestalten“, das der BUND Niedersachsen in Kooperation mit dem Landvolk, Kreisverband Wesermünde e.V. und der Landwirtschaftskammer, Bezirksstelle Bremervörde durchführt. In der Region Weser-Elbe, eine von drei Modellregionen in Niedersachsen, wird in den nächsten drei Jahren versucht, an der Grove zusammen mit Landnutzer*innen eine nachhaltige Kooperation zur ökologischen Aufwertung der Gewässerränder zu etablieren. Unterstützt werden die ökologischen Maßnahmen in den Modellregionen durch einen übergreifenden Dialogprozess, der alle Interessensgruppen einbezieht. Das Projekt läuft bis Herbst 2026, für das auch noch Flächen zur Umsetzung von praktischen Maßnahmen zur naturnahen Entwicklung an der Grove gesucht werden.
Für die Region Weser-Elbe koordinieren Torsten Gaul, stellvertretender Geschäftsführer vom Landvolk Kreisverband Wesermünde und Bernd Quellmalz, BUND-Regionalgeschäftsführer Weser-Elbe zusammen mit dem BUND Unterweser e.V. das Projekt und stehen für weitere Auskünfte gerne zur Verfügung. Gefördert wird das Projekt von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung. Nähere Informationen sind auf der Projekt-Webseite „Kurs auf Blau-Grün“ verfügbar.
Kurs auf Blau-Grün
Gewässerränder gemeinsam gestalten
Die Grove in der Region Weser-Elbe, östlich von Bremerhaven.
(Bernd Quellmalz)
Nur 3% der niedersächsischen Fließgewässer weisen einen guten ökologischen Zustand auf. Zu ihrem Schutz und zur Verbesserung ihrer Qualität ist es wichtig, Naturschutz und Landnutzung gemeinsam zu denken. In einem intensiven Kommunikationsprozess werden in diesem Projekt die wertvollen Gewässerränder in den Fokus genommen, um ihre Entwicklung gemeinsam naturnaher zu gestalten.
Mit dem Niedersächsischen Weg, der am 25. Mai 2020 von Politik, Landwirtschaft und den Naturschutzverbänden BUND sowie NABU unterschrieben wurde, sind neue Wege der Zusammenarbeit eingeschlagen worden. Heimische Fließgewässer sollen durch die Ausweitung der Randstreifen beispielsweise effektiver vor Einträgen aus Pflanzenschutz- und Düngemitteln geschützt werden. Seitdem wurde in der Fläche jedoch wenig erreicht.
Genau hier setzt das Projekt „Kurs auf Blau-Grün – Gewässerränder gemeinsam gestalten“ an, mit dem der BUND die freiwillige naturnahe Gestaltung von Gewässerrandstreifen durch Landnutzende befördern und beschleunigen möchte. Hierfür soll durch ein begleitenden Kommunikationsprozess der partnerschaftliche Austausch zwischen allen relevanten Akteursgruppen unterstützt werden: Naturschutz und Landnutzung sollen zusammengedacht und zusammengebracht werden. Durch diesen Ansatz entfaltet das Projekt ein innovatives Beispiel für den Aufbau und Austausch regionaler Zusammenarbeit beteiligter Akteur*innen bei der Planung und Umsetzung naturnaher Gewässerrandstreifen.
Gemeinsam für den Gewässerschutz
Im ersten Schritt wird in den drei Modellregionen Weser-Elbe, Nienburg und Ostfriesland ein regionales Netzwerk aus Naturschutz, Landwirtschaftsverbänden und anderen Akteuren wie Wasserversorgern geschaffen. Außerdem werden beispielhafte Gewässerrandstreifen entwickelt, die als Best-Practice-Beispiele zur Stärkung des Biotopverbundsystems dienen.
Das Projekt ist in eine Vor- und eine Hauptphase unterteilt. In der einjährigen Vorphase wurde in Form einer Konzeptstudie die Hauptphase intensiv vorbereitet: Die Ziele und Inhalte des Projekts wurden näher definiert, die Kooperationspartner*innen gewonnen und das Konzepte der begleitenden Kommunikationsformen und Aktivitäten entwickelt. Die Hauptphase dient nun der Projektdurchführung mit der Etablierung eines dauerhaften Kooperations- und Dialogformates und der konkreten Umsetzung von Maßnahmen in den Modellregionen.
Kooperationspartner*innen
- Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Bezirksstelle Nienburg
- Landvolk Niedersachsen – Landesbauernverband e.V.
- Niedersächsisches Landvolk, Kreisverband Wesermünde e.V.
- Landwirtschaftlicher Hauptverein für Ostfriesland e.V.
Laufzeit:
- Vorphase 01.10.2022 – 30.09.2023 (abgeschlossen)
- Hauptphase: 01.10.23-30.09.2026
- Gefördert wird das Projekt von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung!
Kunst & Natur
Ingeborg Dammann-Arndt aus Sellstedt, ganz in der Nähe der Grove, hat sich künstlerisch dem kleinen Bach genähert. Im Ergebnis sind drei Kurzfilme entstanden. Neben der wissenschaftlichen Herangehensweise des BUND, der den Naturzustand an der Grove mit seinem Projekt "Kurs auf Blau-Grün" verbessern möchte, bietet der künstlerische Ansatz einen emotionalen Zugang zum Thema Bach, Natur und Renaturierung. Einen Film präsentieren wir auf dieser Seite. Weitere Infos zu dem Kunstprojekt bietet die Website von Frau Dammann-Arndt: Weiterlesen