Giftfreies Gärtnern leichtgemacht
BUND informiert über natürliche Alternativen zum chemischen Pflanzenschutz
Ein Naturgarten ohne Gifteinsatz und Düngemittel kann Insekten viel Lebensraum bieten.
(Heike Schumacher)
Löcher in Salatblättern oder Blattläuse an Rosen – wer kennt das nicht? Bei Schädlingsbefall greifen viele Hobbygärtner*innen noch immer schnell zu chemischen Pflanzenschutzmitteln. Doch was kurzfristig wirksam erscheint, kann langfristig Umwelt, Tiere und das ökologische Gleichgewicht im Garten belasten. Rückstände gelangen in Böden und Gewässer, Bestäuberinsekten wie Bienen und Hummeln werden geschädigt und auch Nützlinge verlieren ihren Lebensraum, warnt jetzt der BUND und gibt Tipps für natürliche Alternativen zum chemischen Pflanzenschutz.
„Natürliche Methoden zum Schutz unserer Pflanzen im Garten kommen ohne synthetische Pestizide aus, lassen sich meist einfach umsetzen und schützen die Artenvielfalt“, sagt Bernd Quellmalz, Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim BUND Bremen. „Gleichzeitig stärken sie die Widerstandskraft von Pflanzen und fördern ein gesundes Gartenökosystem.“ Chemische Pflanzenschutzmittel wirken oft nicht nur gegen Schädlinge, sondern treffen auch nützliche Insekten und Kleintiere. Besonders problematisch ist, dass dadurch natürliche Gegenspieler von Schädlingen verschwinden. Das kann langfristig dazu führen, dass sich Schädlinge stärker ausbreiten. „Doch statt Schädlinge pauschal zu bekämpfen, sollte zunächst vielmehr das natürliche Gleichgewicht im Garten gefördert werden“, rät Quellmalz. „Das Ziel ist ein widerstandsfähiger Garten, in dem Pflanzen gesund wachsen und Nützlinge ihre regulierende Funktion übernehmen.“ Denn viele Tiere helfen ganz automatisch bei der natürlichen Schädlingskontrolle. Marienkäfer und ihre Larven beispielsweise fressen große Mengen Blattläuse, während Florfliegen ebenfalls Läuse und kleine Schadinsekten bekämpfen. Nützlinge wie Schlupfwespen oder Raubmilben sind zudem kommerziell erhältlich. Sie werden als Eier auf Trägerkarten geliefert, an befallenen Pflanzen befestigt und schlüpfen innerhalb weniger Tage. Ebenso tragen Igel dazu bei, Schnecken und andere Schädlinge in Schach zu halten. „Wer Nützlinge fördern möchte, sollte seinen Garten daher möglichst naturnah gestalten“, betont der BUND-Sprecher. „Blühpflanzen, heimische Stauden, Hecken und wilde Ecken bieten ihnen Nahrung und Rückzugsorte. Insektenhotels aus Bambusröhren oder Holunderstängeln schaffen zusätzliche Nistmöglichkeiten.“
Wer bei einem akuten und massiven Befall seine Pflanzen aber schützen möchte, empfiehlt der BUND verschiedene Hausmittel aus Küche und Garten, die sich als wirksam gegen häufige Schädlinge erwiesen haben: So stärkt verdünnte Brennnesselbrühe die Widerstandskraft von Pflanzen und kann Schädlinge abhalten. Gegen Mehltau auf Rosen oder Kürbisgewächsen kann eine Backpulverlösung helfen (1 TL Backpulver auf 1 Liter Wasser). Kaffeesatz rund um Jungpflanzen hält Schnecken fern und dient gleichzeitig als natürlicher Dünger. Auch Knoblauch- oder Zwiebelbrühen haben sich bewährt. Sie wirken vorbeugend gegen Pilzerkrankungen und schrecken verschiedene Schädlinge ab. Eine Schmierseifenlösung (10 Milliliter Schmierseife auf 1 Liter Wasser) wirkt effektiv gegen Blattläuse und Spinnmilben. Die Lösung wird direkt auf die befallenen Pflanzenteile gesprüht. Quellmalz: „Diese Mittel sind in der Regel kostengünstig, ohne Fachkenntnisse anwendbar und für Menschen und Tiere unbedenklich im Gegensatz zu chemischen Pflanzenschutzmitteln.“
Am besten ist natürlich der Schädlingsbefall, der erst gar nicht auftritt, so der BUND weiter. Hier können vorbeugende Maßnahmen wie das Anlegen von Mischkulturen und eine passende Standortwahl helfen. Die Kombination bestimmter Pflanzenarten, wie etwa Basilikum, Tomaten, Lavendel und Ringelblumen, kann Schädlinge durch natürliche Duftstoffe fernhalten. Dazu werden die Pflanzen gezielt kombiniert und in Beetnähe gesetzt. Ebenso wichtig sind gesunde Pflanzen. Wer auf geeignete Standorte, lockere Böden und eine ausreichende Wasserversorgung achtet, stärkt die natürliche Widerstandskraft der Pflanzen. Regelmäßige Sichtkontrollen helfen außerdem dabei, einen Befall frühzeitig zu erkennen und schnell zu reagieren.
Moore und Klima schützen
Der BUND-Einkaufsführer für torffreie Erden gibt Tipps
(snarlingbunny
/
Pixabay)
Bremerhaven, 25. März 2026. Zum Beginn der Gartensaison hat der BUND eine aktualisierte Übersicht zu Erden ohne Torf veröffentlicht. Rund drei Millionen Kubikmeter Torf werden in Deutschland jedes Jahr in Blumenerden verbraucht, knapp zwei Millionen davon in Hobbygärten. Ein großer Teil des Torfs kommt aus dem Import. Die gute Nachricht ist, dass aufgrund des Klimaschutzplans der Bundesregierung der Torfanteil in verkauften Erden sinkt. In dem BUND-Einkaufsführer sind über 350 Produkte von 27 Herstellern aufgelistet, die bundesweit verfügbar sind. Er gibt zudem Auskunft über 16 große Gartencenter und Baumärkte mit den jeweils dort verfügbaren torffreien Produkten. Darüber hinaus zeigt er, wie sich im Garten oder auf dem Balkon Kompost selber herstellen lässt.
„Wer torffrei gärtnert, bewahrt wertvolle Moore vor weiterer Zerstörung und trägt zu Natur- und Klimaschutz bei“, betont BUND-Regionalgeschäftsführer Weser-Elbe, Bernd Quellmalz. Moore und ihre dicken Torfschichten sind über Jahrtausende gewachsen und speichern viel Kohlenstoff. Werden sie für die Gewinnung von Torf abgebaggert, gehen wichtige Lebensräume für seltene Arten verloren und es gelangen große Mengen des Treibhausgases CO2 in die Atmosphäre. „Moore sind einzigartige Ökosysteme und bedeutende Klimaschützer, die wir bewahren müssen. Torf gehört deshalb auf keinen Fall in den Garten oder in Blumenkübel“, sagt Quellmalz. „Ob für Blumen- oder Gemüsebeet, Balkonkasten, Kräutertopf, Anzucht oder Hochbeet: Es gibt Alternativen ohne Torf.“ Der BUND listet im aktualisierten „Einkaufsführer für torffreie Erden“ Produkte, Hersteller und Verkaufsstellen auf und gibt Tipps, wie sich der Kauf von neuer Erde ganz vermeiden und Komposterden selbst herstellen lassen.
„Viele Menschen wissen gar nicht, dass sich jede Menge Torf im Sack befindet, wenn sie Blumenerde kaufen. So leisten sie unbewusst der Zerstörung dieses so wichtigen Lebensraumes und der Freisetzung von CO2 weiter Vorschub“, so der BUND-Sprecher. Rund zehn Millionen Kubikmeter Torf werden in Deutschland jedes Jahr verbraucht, etwa zweieinhalb Millionen von Hobbygärtnern. Diese Menge in 50-Liter-Gartenerde-Säcke verpackt und hintereinander ausgelegt ergäbe eine Gesamtlänge von circa 40.000 km und entspricht einer kompletten Umrundung der Erde entlang des Äquators. Moore beheimaten zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten wie Goldregenpfeifer, Hochmoorbläuling oder Sonnentau. Das sind Arten die fast nur dort leben können. Zudem bedecken Moore weltweit nur drei Prozent der Landoberfläche, speichern jedoch doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder auf einer rund sieben Mal so großen Fläche. Quellmalz: „Moore sind wahre Klimaschützer.“
BUND-Einkaufsführer für torffreie Erden
Hintergrund
Torf ist eine Ansammlung von nicht oder nur teilweise zersetzter pflanzlicher Substanz und entsteht unter Luftabschluss im Moor. Eine zentrale Rolle spielen hierbei die Torfmoose, die in Hochmooren wachsen. Ein gesundes Hochmoor wächst in einem Jahr nur etwa einen Millimeter, das sind für einen Meter Torf etwa tausend Jahre. Ist ein Feuchtgebiet erstmal durch Trockenlegung oder Abbau zerstört, dauert es Jahrzehnte, bis es wenigstens wieder von einigen typischen Pflanzen- und Tierarten besiedelt wird und Jahrhunderte, bis sich die ursprünglichen Lebensgemeinschaften wieder zusammenfinden, wenn überhaupt.
In Estland, Lettland, Litauen und Russland sind riesige Moorflächen vorhanden, die nicht nur seltenen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum bieten, sondern auch als Kohlenstoffspeicher eine große Bedeutung haben. Sie zählen zu den größten und kostbarsten Hochmooren Europas. So sind zum Beispiel in Estland rund 22 Prozent der Landesfläche Moor, insgesamt entspricht das einer Fläche von ca. 1 Million Hektar, 10.000 Moore sind über das Land verteilt. Zur Zeit der Sowjetunion wurden große Mengen Torf als Brennstoff und als Einstreu genutzt. In den letzten 30 Jahren haben sich insbesondere deutsche und andere westeuropäische Firmen in diesen Ländern Rohstoffe gesichert, um den expandierenden Gartenbau und die Nachfrage nach Blumenerden in Europa zu bedienen. So werden auf zehntausenden Hektar Moore abgebaggert, um Torf zu gewinnen und zu exportieren.
Garten an Trockenheit und Hitze anpassen
Im Vordergrund ist der braune Rasen nach langer Trockenheit zu sehen, im Hintergrund dagegen eine Wildblumenwiese, die die Feuchtigkeit besser speichert und nicht so schnell austrocknet.
(Bernd Quellmalz)
Gärtnern wird unter wechselnden Extremwetterereignissen infolge des Klimawandels wie wochenlanger Hitze und plötzlichem Starkregen und Sturm zunehmend schwieriger. Der BUND gibt jetzt Tipps, wie Gemüse, Sträucher und Stauden im Garten trotz Klima-Stress gedeihen.
„Wer den Garten richtig beplanzt, den Boden gut pflegt und die Bewässerung anpasst, kann auch bei Extremwetter eine gute Ernte erzielen und sich an einem blühenden und fruchtbaren Garten erfreuen“, ist Bernd Quellmalz von der BUND-Regionalgeschäftsstelle Weser-Elbe überzeugt. „Hitze und Trockenheit setzen unseren Böden und Pflanzen zu. Zum Ende des Sommers lassen viele immer öfter Pflanzen müde ihre Blätter hängen, weil ihnen Wasser fehlt. Da auch in Zukunft die Sommer sehr wahrscheinlich trocken und heiß sein werden, ist es wichtig, den eigenen Garten an die Klimaveränderungen anzupassen." Die Pflanzen sollten hierfür einigermaßen gut mit Trockenheit umgehen können, denn sonst kommt man mit dem Gießen nicht mehr hinterher. Quellmalz: „In Zukunft werden wir sparsamer mit dem Wasser umgehen müssen. Oft sind es alte, regionale Sorten, die so robust und angepasst sind, dass sie mit Trockenstress gut umgehen können."
Die Auswahl der Gartenpflanzen ist entscheidend. Beispielsweise kommen Stauden meist mit der Trockenheit gut klar und sind ökologisch wertvoll, da heimische Insekten und Vogelarten an sie angepasst sind. Mehrjährige Stauden sind Einjährigen zu bevorzugen. Gefüllte Blüten bieten Insekten kaum Nahrung und sind oft weniger robust als die Wildformen. Zwar fänden zunehmend auch Gewächse aus südlichen Regionen wie Feige, Kiwi oder Aprikose Eingang in die Gärten, aber es sollten immer noch überwiegend heimische Arten gepflanzt werden, damit auch die hiesigen Insekten genügend Nahrung finden. Gehölze und Pflanzen sollten aus regionalen Baumschulen bezogen, bei Saatgut auf die Zertifizierung mit Regiosaat und Bio-Siegel geachtet werden. Für alle Neupflanzungen gilt: In der Anwachsphase ausreichend wässern. "Mit Baumbewässerungssäcken lässt sich gut Wasser sparen", so Quellmalz. "Sie sind nützliche Helfer, um trockenheitsempfindliche Jungbäume zu bewässern. Das Wasser wird gleichmäßig über längere Zeit abgegeben und das Gießwasser wird besonders effizient und nachhaltig genutzt.“
Um den Garten Klima-fit zu bekommen, gibt der Naturschützer weitere Tipps: Immer den Boden bedecken, zum Beispiel mit Mulch aus Rasenschnitt. So viele Flächen wie möglich bepflanzen, also den Boden, aber auch Dächer oder Fassaden begrünen und damit das Maximum an CO2-Speicherung, Sauerstoffproduktion, Abkühlung und Verdunstung schaffen. Die Pflanzen sollten unbedingt an einem für sie geeigneten Standort stehen. "Übrigens kann der Boden umso mehr Wasser speichern, je höher sein Humusanteil ist“, betont Quellmalz. „Das heißt konkret: Wenig Bodenbearbeitung, kein Umgraben, Gründüngung einsäen, mulchen und Gartenabfälle kompostieren.“ Rasenflächen benötigen viel Pflege und auch Wasser. Da es infolge der Klimakrise zunehmend trockener wird oder die Trocken-Perioden länger anhalten, rät der BUND, Rasenflächen in mehrjährige Blühwiesen umzuwandeln. Diese müssen nicht mehr gegossen und nur ein bis zweimal pro Jahr gemäht werden. Außerdem bieten Blühwiesen den Insekten viel Nahrung.
Regenwasser sollte außerdem in Regentonnen oder Zisternen aufgefangen und gespeichert werden. Sinnvoll ist es auch, Flächen zu entsiegeln, so dass Wasser versickern kann und nicht in der Hitze verdunstet. Auch das richtige Gießen ist wichtig. Quellmalz: "Meist wird im Garten zu häufig und zu oberflächlich gegossen. Dadurch gewöhnen sich die Pflanzen an regelmäßige Wasserzufuhr und wurzeln nur flach. Bei seltenem und dann aber ausgiebigeren Gießen wurzelt die Pflanze tiefer und wird so toleranter gegenüber trockenen Phasen." Auf Rasensprenger sollte verzichtet werden. Am besten, man gießt mit Schlauch oder Gießkanne früh morgens oder abends direkt in den Wurzelbereich oder investiert in eine Tröpfchenbewässerung, empfiehlt der BUND.
Mal das Gras wachsen lassen
BUND gibt Tipps für die Belebung des eigenen Gartens
Es lohnt sich, auf das Mähen zu verzichten.
(Heike Schumacher)
Die Temperaturen steigen und das Gras sprießt im Garten – manch Gärtner*in möchte da direkt den Rasenmäher anwerfen. Doch wer häufig mäht, verhindert, dass sich Insekten und andere Kleinlebewesen im eigenen Garten wohlfühlen, betont jetzt der BUND. Der BUND rät deshalb dazu, im Sommer den Rasenmäher zumindest zeit- und stellenweise ganz stehen zu lassen. Das spare Zeit und Mühe und sei gut für viele Kleinlebewesen, so der Umweltverband.
„Ein Golfrasen ist für die heimische Artenvielfalt so verkehrt, wie ein gepflasterter Parkplatz. Hier findet weder das Grüne Heupferd noch ein Zitronenfalter oder der Gebänderte Pinselkäfer den Lebensraum, den diese Tiere brauchen. Immer mehr Lebensräume gehen verloren, durch den Bau von Straßen, Siedlungen oder Gewerbeflächen. Auch Ackerflächen bieten keine guten Lebensbedingungen. Umso wichtiger ist es, dass auch private Gartenbesitzer*innen etwas für den Erhalt der heimischen Artenvielfalt tun“, weiß Bernd Quellmalz, BUND-Regionalgeschäftsführer Weser-Elbe. „Die Natur braucht von uns mehr Mut zur Unordnung. Die mutmaßliche Unordnung ist vielmehr ein gesunder und wertvoller Lebensraum für unsere Tier- und Pflanzenwelt.“
Altgrasstreifen sind über das ganze Jahr ein wichtiger Lebensraum. „Nicht nur Heuschrecken fühlen sich im hohen Gras wohl, auch viele weitere Tiere brauchen hohe Wiesen um sich zurückzuziehen oder auch um sich fortzupflanzen. Untersuchungen zeigen: In Altgrasstreifen sind ein Vielfaches der heimischen Tiere anzutreffen. In abgemähten Grünflächen sieht es dagegen düster aus. In Altgrasstreifen blühen auch Wildblumen auf, die durch häufiges Mähen keine Chance hätten“, sagt der Biologe. Blumen sind über die ganze Saison bis zum Herbst eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen, Schmetterlinge oder auch Schwebfliegen. Nektar- und pollenhaltige Wildkräuter wie Margeriten, Wiesensalbei, Färberkamille und Flockenblume vertragen keinen häufigen Schnitt, Blütenpflanzen wie Gänseblümchen und Weißklee dagegen aber schon. Sie sind sogar auf Mahd angewiesen, damit sie blühen können. Quellmalz rät, diese Flächen blühen zu lassen und etappenweise zu mähen, damit zu jeder Zeit etwas blüht: „Eine Blumenwiese sollte zwei- bis dreimal gemäht und das Mähgut entfernt werden.“
Aber auch wer kaum Wildblumen in der Wiese hat, sollte das Gras bis zu seiner ganzen Größe wachsen lassen, wo es möglich ist. Hohe Gras-Inseln im Garten schaffen Strukturvielfalt und sehen schön aus. Im Winter bietet das trockene Gras Schutz zur Überwinterung für verschiedene Krabbeltiere und Kleinsäuger. Und auch im Hochsommer ist das Gießen des Rasens dann bestenfalls überflüssig. Durch die hohe Schicht Gras verdunstet weniger Wasser aus dem Boden und Feuchtigkeit kann sich besser halten. Dadurch wird verhindert, dass die Wiese an heißen Tagen verbrennt. Im neuen Frühjahr sollte altes Gras aber gemäht werden, damit sich kein dichter Filz bildet. Sonst ist es für das junge Grün schwer auszutreiben.
Hintergrund: Was macht einen naturnahen und ökologischen Garten noch aus?
- Wilde Ecke, volles Leben: Lassen Sie Wildnis zu und Gräser und Kräuter stehen. Brennnesseln, Salweide und Brombeere z.B. sind Futter für Schmetterlingsraupen, Laub- und Reisighaufen Verstecke für Igel und Co.
- Nur heimische Pflanzen: Exotische und stark gezüchtete Pflanzen bieten unseren Tieren kaum Nahrung. Eine Hecke aus verschiedenen heimischen Sträuchern gibt mehr Tierarten Nahrung und Lebensraum als eine Monokultur.
- Totholz ist lebendig: Absterbendes Holz ist für viele Insekten als Wohnung, Nahrung oder Baumaterial wichtig.
- Stehen lassen: Abgestorbene Staudenstängel sind gelegentlich innen hohl und kleine Tiere können darin überwintern. Manchmal hängen auch Beeren oder Samen dran, die Vögel im Winter fressen können.
- Fruchttragende Sträucher: Einheimische Vögel ernähren sich von Holunder, Kornelkirsche oder Pfaffenhütchen. Kirschlorbeer, Thuja oder Bambus bieten ihnen nichts.
- Gartenteich / Wasserloch: Im Wasser tummelt sich Leben. Sie helfen damit Libellen, Vögeln und Amphibien, Lebensräume, Futter und Trinken zu finden.
- Wasser anbieten: Grade im Sommer oder lang anhaltener Trockenheit ist es sinnvoll, eine flache Schale Wasser im Garten aufzustellen. Vögel, Wespen und andere Insekten können hier ihren Durst löschen. Legen sie einen flachen Stein in die Schale, damit die Insekten auch wieder herauskommen.
- Heimische Wildblumen und –stauden sind die wichtigste Nahrungsquelle für Bienen, Wildbienen und Schmetterlinge. Bitte nutzen Sie keine Zuchtvarianten.
- Rauf aufs Beet: Der Rasenschnitt kann als Mulch-Material locker auf die Gemüsebeete oder um Beerensträucher gestreut werden. So kommen Wildkräuter nicht hoch und man spart sich das häufige Jäten. Außerdem schützt Mulchen vor dem Austrocknen des Bodens.
Tipps für einen vogelfreundlichen Garten
Blaumeise inspiziert neu gebauten Nistkasten.
(luigi / pixabay.com)
Wer wünscht sich nicht einen Frühling voller Vogelgesang? Mit einem reichen Nahrungsangebot, Versteck- und Nistmöglichkeiten lassen sich Vögel in den eigenen Garten locken. Was man für Drosseln, Meisen, Gartenrotschwanz & Co tun kann, erklärt Regionalgeschäftsführer Weser-Elbe Bernd Quellmalz vom BUND Bremen.
Zu den schönsten Begleiterscheinungen des Frühlings gehört ein vielstimmiges Vogelkonzert. Doch wo sich Schottergärten und sterile Rasenflächen ausbreiten, ist es ziemlich still geworden. „Fast die Hälfte aller in Deutschland brütenden Vogelarten steht auf der Roten Liste. Auch in unseren Siedlungen leiden viele Vögel darunter, dass Brachen oder Kleingärten dem Bauboom zum Opfer fallen. Mit der naturnahen Gestaltung unserer Gärten können wir Vögeln einen Lebensraum bieten. Das bedeutet vor allem: Weniger tun, mehr lassen“, so Quellmalz. „Je vielfältiger Ihr Garten gestaltet ist, desto größer ist das Nahrungsangebot für Vögel. Während der Aufzucht ihrer Jungen bringen Gartenvögel täglich Hunderte bis Tausende Insekten ans Nest. Vermeiden Sie deshalb jegliche Pestizide und freuen Sie sich über die natürlichen Insektenfänger.“
Ein naturnaher Garten lockt viele Vögel an. Wilde Ecken, in denen Heckenrosen, Gräser, Brennnesseln, Disteln oder Natternkopf wuchern dürfen, fördern das Nahrungsangebot erheblich. Heimische Wildkräuter und Stauden mit ihren Samenständen locken zudem Körnerfresser wie Spatzen, Grünfinken oder Gimpel an. Beerensträucher, Efeu und Gehölze wie Holunder oder Vogelbeere bieten Drosseln, Grasmücken und anderen Fruchtfressern das passende Futter.
Um Vögel zur Brutzeit für den Garten zu gewinnen, braucht es zudem geschützte Orte für den Nestbau. Amseln brüten meist niedrig in Büschen und Bäumen, Rotkehlchen nisten in dichtem Bodenbewuchs. Höhlenbrüter wie Blaumeise oder Kleiber nutzen dagegen gerne Baumhöhlen. „Besonders alte Obstbäume bieten häufig natürliche Höhlen, spenden Nistplätze für freibrütende Vogelarten und beherbergen viele andere Tierarten. Deshalb ist es wichtig, alte Bäume so lange wie möglich zu erhalten“, weiß der BUND-Sprecher. „Bis Hecken oder Bäume dicht und groß genug sind, um Brutplätze zu liefern, sind Nistkästen eine wertvolle Zwischenlösung.“ Je nach Vogelart gibt es verschiedene Formen von Nistkästen. Sie sollten an lichten, aber nicht völlig unbeschatteten Stellen in etwa zwei bis drei Metern Höhe aufgehängt werden. Der Standort sollte zudem wind- und sonnengeschützt sein.
Vögel schätzen – wie alle anderen tierischen Gartenbewohner – Wasser, sowohl zum Trinken als auch zur Gefiederpflege. Wer keinen Gartenteich besitzt, kann im Sommer eine einfache Tränke anbieten. „Verwenden Sie als Vogeltränke flache Gefäße wie einen Suppenteller. Darin können Vögel auch baden, andere Tiere wie Eichhörnchen aber nicht ertrinken“, rät der Biologe. „Um Krankheiten vorzubeugen, müssen die Schalen täglich neu befüllt und regelmäßig gereinigt werden. Und stellen Sie die Tränke so auf, dass jagende Hauskatzen ringsum keine Deckung finden.“ Weitere wertvolle Tipps für einen artenreichen Garten sind:
- Keine Pestizide nutzen: In Deutschlands Gärten landen jährlich Tausende Tonnen Pestizide. Darunter leiden Mensch und Natur.
- Kunstdünger verschmähen: Allein seine Herstellung verschlingt viel Energie und Ressourcen. Und: Kunstdünger belastet Boden und Gewässer.
- Torffreie Erde verwenden: Für Torf in Garten- und Blumenerde werden intakte Moore vernichtet, die für den Natur- und Klimaschutz unverzichtbar sind.
- Heimische Vielfalt fördern: Unsere Tierwelt, darunter viele im Garten nützliche Arten, ist an heimische Wildkräuter, Sträucher und Bäume angepasst. Sie sollten im Garten nicht fehlen.
- Lebensräume für Tiere schaffen: „Wilde Ecken“ sind im Garten essenziell. Ungemähte Wiesenstücke, Hecken oder angehäuftes Laub und Totholz bieten Rückzugsorte für Insekten, Vögel, Igel und andere Arten.
Vielfalt fördern durch naturnahes Gärtnern
Viele unterschiedliche Strukturen im Garten schaffen Lebensraum für viele unterschiedliche Tiere.
(BUND / Heike Schumacher)
Zwar steht die Klimakrise oft mehr im Fokus als das Artensterben, aber der rasante Verlust der biologischen Vielfalt bedroht ebenfalls die Lebensgrundlagen der Menschen, betont jetzt der BUND. Ursachen hierfür sind der Rückgang und die Veränderung der Lebensräume der Tiere und Pflanzen, z.B. durch Siedlungs-, Gewerbe- und Straßenbau, Pflanzenschutzmittel oder Lichtverschmutzung. Hier sind Politik und Verwaltung gefordert, in die Wiederherstellung der Natur zu investieren. Aber auch im eigenen Garten oder auf dem Balkon lässt sich Einiges für die Artenvielfalt tun. Der BUND gibt jetzt hilfreiche Tipps.
„Ökologisch gärtnern hilft nicht nur Insekten wie Wildbienen, sondern auch Säugetieren, Vögeln und vielen weiteren tierischen Gartenbesuchern. Gärten erfüllen so mehrere Zwecke: Sie sind schön anzusehen, sind Oasen der Erholung und nützlich für den Erhalt unserer Biodiversität“, sagt Bernd Quellmalz, BUND-Regionalgeschäftsführer Weser-Elbe. „Schon mit ein paar Handgriffen und Tricks kann der heimische Garten zu einem wertvollen und gesunden Lebensraum für Schmetterlinge, Igel & Co. werden. Wer den eigenen Garten naturnah und ökologisch anlegt, kann damit der Natur viel Gutes tun.“ Mit den folgenden Tipps schaffen Gartenbesitzer*innen in den kommenden Monaten nicht nur einen gesunden und bunten Garten, sondern kultivieren auch eine Oase für die heimische Artenvielfalt:
- Klimafreundlich gärtnern: Verwenden Sie nur torffreie Erde und leisten Sie so Ihren Beitrag zum Schutz unserer Moore. Denn intakte Moore sind Hotspots der Artenvielfalt und nebenbei auch noch gigantische Kohlenstoffspeicher.
- Keine Gifte einsetzen: Verwenden Sie im Garten oder auf dem Balkon keine chemisch-synthetischen Pestizide und Dünger. Unerwünschte Kräuter im Beet sollten, falls erforderlich, gejätet werden, und gegen ungewollte Insekten helfen Nützlinge wie Marienkäfer und Schlupfwespen. Beim Kauf von Pflanzen sollte zudem auf Bio-Siegel geachtet werden, die garantieren, dass die Pflanzenanzucht ohne den Einsatz von Insektiziden stattgefunden hat. Denn sogar Rückstände an den Pflanzen sind ein Risiko für heimische Insekten, wenn die Gifte im Nektar und Pollen enthalten sind.
- Nur heimische Pflanzen: Exotische und stark gezüchtete Pflanzen bieten unseren Tieren kaum Nahrung. Eine Hecke aus verschiedenen heimischen Sträuchern gibt mehr Tierarten Nahrung und Lebensraum als eine Monokultur.
- Fruchttragende Sträucher: Einheimische Vögel ernähren sich von Holunder, Kornelkirsche oder Pfaffenhütchen. Kirschlorbeer, Thuja oder Bambus bieten ihnen nichts.
- Seltener und später mähen: Wer dem Rasen Zeit zum Wachsen gibt, der fördert Lebensraum für Bienen, Wildbienen und Schmetterlinge. Nektar- und pollenhaltige Wildkräuter wie Klee, Margeriten, Wiesensalbei, Kriechender Günsel oder Ehrenpreis vertragen keinen häufigen Schnitt. Wer häufig mäht, verhindert die Entwicklung dieser für Insekten wertvollen Pflanzen. Und wenn Sie das gemähte Gras abräumen und so dem Boden Nährstoffe entziehen, etablieren sich im Laufe der Zeit noch mehr Wildkräuter mit zahlreichen bunten Blüten.
- Rauf aufs Beet: Der Rasenschnitt kann als Mulch-Material locker auf die Gemüsebeete oder um Beerensträucher gestreut werden. So kommen Wildkräuter nicht hoch und man spart sich das häufige Jäten. Außerdem schützt Mulchen vor dem Austrocknen des Bodens.
- Wilde Ecke, volles Leben: Lassen Sie Wildnis zu und Gräser und Kräuter stehen. Brennnesseln, Salweide und Brombeere beispielsweise sind Futter für Schmetterlingsraupen, Laub- und Reisighaufen dienen als Verstecke für Igel und Co.
- Stehen lassen: Abgestorbene Staudenstängel sind gelegentlich innen hohl und kleine Tiere können darin überwintern. Manchmal hängen auch Beeren oder Samen dran, die Vögel im Winter fressen können.
- Totholz ist lebendig: Absterbendes Holz ist für viele Insekten als Wohnung, Nahrung oder Baumaterial wichtig.
- Wildbienen fördern: Wenn Sie einen ganz besonderen Lebensraum in Ihrem Garten schaffen möchten, legen Sie ein sogenanntes Sandarium an.
- Naturnaher Gartenteich: Im Wasser tummelt sich Leben. Sie helfen damit Libellen, Vögeln und Amphibien, Lebensräume, Futter und Trinken zu finden.
- Wasser anbieten: Im Sommer eine flache Schale Wasser im Garten aufstellen. Vögel, Wespen und andere Insekten können hier ihren Durst löschen. Legen Sie einen flachen Stein in die Schale, damit die Insekten auch wieder herauskommen.