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Region Weser-Elbe

Grüne Balkone: Ein Zuhause für bedrohte Bienen

Auch ein Balkon kann Bienen und Schmetterlingen Nahrung und Lebensraum bieten. Und gut sieht es auch noch aus.  (Oliver Kwetschlich)

In Niedersachsen befinden sich bis zu 60 % der Wildbienenarten auf der Roten Liste - durch den hohen Pestizideinsatz in der industriellen Landwirtschaft, die Stickstoffüberdüngung und die Zerstörung wichtiger Lebensräume. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), Regionalgeschäftsstelle Weser-Elbe, gibt jetzt Tipps, wie man Wildbienen im Garten und auf dem Balkon helfen kann.

„Blütenbesuchende Insekten sind vom Frühjahr bis Herbst aktiv“, erklärt Bernd Quellmalz, BUND-Regionalgeschäftsführer Weser-Elbe. „Doch nicht immer finden sie geeignete Blüten. Dem lässt sich entgegenwirken, indem auf dem Balkon und im Garten Pflanzen wachsen, die für ein kontinuierliches Blütenangebot sorgen.“ Für spezialisierte Bienenarten sind folgende Wildkräuter wichtig: Ziest, Hornklee, Glockenblumenarten, Färberkamille, Hauhechel, Resede, Habichtskräuter oder Flockenblumen. Diese lassen sich auch in Kübeln oder Blumentöpfen auf dem Balkon ansiedeln. Am Rankgitter könnte die Zaunrübe oder eine Platterbse Platz finden. „Garten¬besitzer sollten ihre Wiesen nach Möglichkeit nur zweimal im Jahr und erst ab Juni mähen. Im Gemüse¬garten erfreuen sich Masken- und Pelzbienen an stehengelassenen und blühendem Lauch, Zwiebeln, Rosen- und Grünkohl“, empfiehlt Quellmalz. „Und wer bienenfreundliche Gehölze anpflanzen möchte, liegt bei Weide, Schlehe, Süßkirsche oder Beerensträucher genau richtig.“ Neben einem geeigneten Nahrungsangebot sind Nisthilfen für Wildbienen sehr effektiv. Von ihnen kön¬nen etwa 40 verschiedene Wildbienenarten profitieren. „Je vielfältiger das Angebot an Nistmöglichkeiten ist, desto größer ist die Chance, dass sich verschiedene Arten ansiedeln“, weiß der BUND-Vertreter. „Und Insektenhotels kann man ganz einfach selber bauen.“ 

Sandbiene  (Klaus Kuttig)

Vor allem die industrielle Landwirtschaft ist für den Rückgang und das Aussterben von immer mehr Insektenarten verantwortlich. Pestizide, Monokulturen und die reduzierte Pflanzenvielfalt gefährden Bestäuber wie Honigbienen, Wildbienen und Hummeln. Wird der Artenverlust bei den Insekten nicht gestoppt, gefährdet dies nicht nur die biologische Vielfalt, sondern auch die Nahrungsmittelproduktion. Fast 80 Prozent der pflanzlichen Nahrungsmittel. „Tomaten, Erdbeeren, Äpfel, Blaubeeren, Zucchini und vieles mehr – ohne die Bienen und andere bestäubende Insekten müssten wir diese Lebensmittel von unseren Speiseplänen streichen!“, hebt Quellmalz hervor. Um dem Artenverlust entgegen zu wirken, wäre es notwendig, dass die Bundesregierung einen nationalen Bienenschutzplan mit geeigneten Maßnahmen zum Schutz von Honig- und Wildbienen erstellt.

Mitmachen

Die BUND-Gruppen Unterweser und Osterholz setzen sich dafür ein, dass bisher überackerte, öffentliche Wegraine als Wildblumenwiesen für Bienen und Schmetterlinge entwickelt werden. Mitte Mai säten Aktive des BUND beispielsweise auf einem Wegrand in Bramstedt eine entsprechende Samenmischung aus. Der Umweltverband sucht hierfür noch weitere Helfer*innen. Weiterlesen

Weitere Infos

Infos zum Bienenschutz zuhause gibt es unter www.bund.net, z.B. in den BUND-Broschüren „Pflanzen für Wildbienen – Bienenweiden für Garten und Balkon" oder „Wie helfe ich den Wildbienen?“. 

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