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Region Weser-Elbe

Alarmierendes Insektensterben

Blühende Wegränder können für Insekten ein letzter Rückzugsraum in der intensiv genutzten Landschaft sein. Der BUND setzt sich dafür ein.  (Oliver Kwetschlich)

Bremerhaven, 20. Oktober 2017. Anlässlich des in einer aktuellen Studie belegten Insektensterbens fordert die BUND-Regionalgeschäftsstelle Weser-Elbe jetzt die Politik zu einem konsequenten Handeln zum Schutz der Insekten auf. Das Verschwinden von 75 Prozent aller Insekten aus der Luft in weniger als 30 Jahren sei eine Zäsur für Naturschutz und Landwirtschaft, so der Umweltverband. Aus Sicht des BUND liegt die Ursache für das Insektensterben vorrangig in der intensiven Landwirtschaft mit einem hohen Pestizid- und Gülleeinsatz sowie im Verlust von Lebensräumen durch Monokulturen (wie Mais) sowie Verkehrs- und Bauvorhaben.

„Die Situation ist so dramatisch, dass selbst Schutzgebiete nicht mehr als Rettungsinseln für die Artenvielfalt funktionieren“, betont Bernd Quellmalz, BUND-Regionalgeschäftsführer Weser-Elbe. „Es braucht daher einen bundesweit flächendeckenden Ansatz zum Schutz der Insekten. Arten- und Naturschutz und die dafür erforderliche Agrarwende müssen jetzt das Handeln der neuen Bundesregierung bestimmen.“ Mit einem Bienenaktionsplan als Sofortprogramm muss die Regierung bereits in den ersten 100 Tagen aktiv werden. Quellmalz: „Artenschutz ist Zukunftssicherung.“ Der BUND und die Aurelia Stiftung haben bereits einen Bienenaktionsplan entwickelt. Die darin enthaltenen Maßnahmen können bereits kurzfristig Wirkung zeigen:

  • das Verbot von bienengefährdenden Pestiziden und aller Neonikotinoide
  • das Verbot von Glyphosat
  • der konsequente Schutz von vorhandenen Lebensräumen für Bienen und Wildbienen
  • das Wiederherstellen und die Schaffung neuer Lebensräume als Biotopverbund
  • die Umgestaltung der konventionellen zu einer bäuerlichen, ökologischen Landwirtschaft mit bienenfreundlichen, vielfältige Fruchtfolgen, Mischkulturen und dem Einsatz von Nützlingen
  • die Reform des Zulassungsverfahrens für Pestizide
  • das Fördern der Forschung zum Pestizideinsatz
  • mehr Bienenexpert*innen auf allen Ebenen
  • sowie die Einführung von Langzeit-Monitorings von Bienen und anderen Insekten.

 „Doch nicht nur auf politischer Ebene muss etwas für den Insektenschutz geschehen, auch kann jeder selbst in seinem direkten Umfeld sofort etwas für die Insekten tun“, wirbt Quellmalz für eigenen Aktivitäten. „Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten lassen sich beispielsweise fördern, indem im Garten oder auf dem Balkon möglichst viele übers Jahr verteilt blühende Blumen-, Kräuter- oder Gemüsesorten angepflanzt werden.“ Wer auf Dünger und Pestizide verzichtet und Wildblumen wachsen lasse, kann sich im Sommer über Hummeln, Schmetterlinge und Grashüpfer freuen.

In der Region Weser-Elbe engagiert sich der BUND dafür, überackerte, öffentliche Wegränder wieder naturnah als Wildblumenwiesen zu entwickeln. „Naturnahe Wegränder stellen in der stark landwirtschaftlich genutzten Landschaft einen letzten Rückzugsraum für Insekten und andere Tiere dar“, sagt Quellmalz. „Sie verbinden darüber hinaus Biotope und dienen der Ausbreitung von Tier- und Pflanzenarten.“

Weiterführende Infos

  • Bienenaktionsplan von BUND und Aurelia Stiftung: Weiterlesen
  • BUND-Aktivitäten in der Region Weser-Elbe: Weiterlesen

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