Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der hier beschriebenen Verwendung von Cookies durch den BUND einverstanden. An dieser Stelle können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen bzw. eine erteilte Einwilligung widerrufen. Der Einsatz von Cookies erfolgt, um Ihre Nutzung unserer Webseiten zu analysieren und unser Angebot zu personalisieren.

Region Weser-Elbe

Autofahrer: Vorsicht bei Amphibienwanderung!

So sind sie im Frühjahr häufig unterwegs: Erdkröten-Weibchen trägt Männchen zum Laichgewässer.  (pixabay.com)

Der BUND bittet die Autofahrer, im Frühjahr Rücksicht auf wanderende Amphibien zu nehmen, indem sie auf entsprechenden Strecken die Hinweisschilder beachten und dort maximal 30 km/h fahren. Denn mit den ersten warmen Frühlingstagen machen sich die ersten Kröten, Frösche und Molche auf den Weg zu ihren Hochzeitsplätzen. Doch der Weg zu den angestammten Laichgewässern ist für sie oft lebensgefährlich – vor allem, wenn sie Straßen überqueren müssen: An manchen Orten werden bis zu 70 Prozent der wandernden Amphibien bei der Überquerung einer einzigen Straße entweder überfahren oder sterben an dem geschwindigkeitsabhängigen Strömungsdruck der Autos auf die Fahrbahn. Ganze Populationen können dadurch ausgelöscht werden.

Amphibien brauchen feuchtwarme Nächte mit über vier Grad zum Wandern. „Die Wanderung und das Ablaichen sind meist auf nur wenige Tage im Jahr konzentriert“, weiß Biologe Bernd Quellmalz, BUND-Regionalgeschäftsführer Weser-Elbe. „Deshalb sollte man als Autofahrer die Hinweisschilder für Krötenwanderung vor allem in warmen regnerischen Abend- und Nachtstunden beachten.“ Die Gefahr bestehe nicht nur darin, dass die Lurche überfahren werden, sondern vor allem darin, dass bei Geschwindigkeiten von mehr als 30 km/h der Strömungsdruck der Autos auf die Fahrbahn die Tiere tötet. Außerdem seien sie nicht in der Lage, Fahrzeuge als tödliche Gefahr zu erkennen, und schon gar nicht, rechtzeitig zu flüchten. Auch der massive Einsatz von Pestiziden und der Verlust an Kleingewässern gefährden die Tierbestände in bisher ungeahntem Ausmaß.

Die längsten Strecken legen übrigens Erdkröten zurück, meistens nachts und in großer Zahl. Sie wandern ab Anfang März von ihren Überwinterungsorten in Wäldern, Parks und Gartengebieten oft über mehrere Kilometer zu den Laichgewässern. Besonders gute Laichgewässer ziehen mehrere hundert bis einige tausend Erdkröten an. Die Wanderung von einigen Froscharten beginnt in der Regel schon früher.

Helfer*innen gesucht

Der BUND Cuxhaven setzt sich seit 2012 für die Tiere ein. Ehrenamtliche Naturschützer*innen stellen jedes Jahr zu Beginn des Frühlings zusammen mit der Jugendfeuerwehr einen Amphibienzaun in Hechthausen auf. Die vierten Klassen der Grundschule Hechthausen tragen anschließend täglich die Tiere über die Straße. „Mit dieser Schutzaktion retten wir Hunderte von Fröschen und Kröten vor dem Straßentod“, sagt Eleonore Lemke, Vorsitzende des BUND Cuxhaven. „Und wir wissen heute, dass ohne dieses Engagement viele Amphibienpopulationen ausgestorben wären.“ Der BUND Cuxhaven freut sich über weitere helfende Hände beim Aufbau des Fangzaunes und für den Kröten-Shuttle: Die Amphibien suchen entlang der Schutzzäune einen Durchschlupf und landen dabei in Eimern, die in regelmäßigen Abständen ebenerdig im Boden versenkt werden. Auch zahlreiche andere Kleintiere wie Eidechsen werden hierdurch gerettet. In den Eimern werden die Tiere dann von Freiwilligen sicher über die Straße transportiert. „Langfristige Abhilfe für das Problem kann aber nur der nationale Biotopverbund schaffen“, betont Quellmalz. „Dann können die Tiere ungehindert wandern – ohne von Autos gefährdet zu werden.“

Wer Zeit und Lust hat, in Hechthausen den Amphibienzaun zusammen mit weiteren Naturschüterinnen und Naturschützern zu betreuen, melde sich bitte bei Eleonore Lemke vom BUND Cuxhaven, Tel.: 04774 / 1313 oder eMail: eleonore.lemke(at)ewetel.net.

Weiterführende Infos

BUND-Bestellkorb