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Region Weser-Elbe

Gemeinsam für mehr Insekten in Schiffdorf

Knapp 20 Personen halfen bei der Aussaat, darunter auch Bürgermeister Klaus Wirth (r.). Viele von ihnen werden den Wegrand nun dauerhaft betreuen und pflegen - zum Wohle der Insekten.  (BUND)

Schiffdorf-Wehden 13. Oktober 2018. Knapp 20 Aktive versammelten sich bei sonnigem Wetter und warmen Temperaturen am Wehdener Grenzweg in Schiffdorf, um auf dem Wegrand eine Wildblumenwiese für Insekten und andere Wildtiere anzulegen. Von dem benachbarten Landwirt bestens vorbereitet, säten sie eine Wildblumenmischung der Firma Rieger & Hofmann aus und walzten den Wegrand anschließend. So sind die Samen jetzt am Boden angedrückt, was die Keimung begünstigt. Tatkräftig mitgeholfen haben das Wegrand-Team des BUND um Prisca, Claudia, Christine, Cornelia und Michael samt Familien sowie Bürgermeister Klaus Wirth und Ortsbürgermeister Thomas Frese. Mit Rat und Tat stand der Naturschutzbeauftragte des Landkreises Cuxhaven, Horst Backenköhler, den Aktiven beiseite. Mitglieder des Wirtschaftswegeverbandes waren ebenfalls vor Ort und wünschten "gutes Gelingen". Bernd Quellmalz vom BUND meinte: "Diese Aktion ist ein Beispiel dafür, wie Landwirtschaft, Naturschutz und Gemeinde zusammenarbeiten und gemeinsam an einem Strang für den Insektenschutz ziehen können." Vielen herzlichen Dank an die Helferinnen und Helfer für diesen Einsatz und auch schon mal für künftige Aktivitäten!


Aktiv für Blüten- und Insektenvielfalt

Jürgen Jakubczyk, Susanne Schröter, Michael Henschke und Uwe Peter (v.l.) legten sich für die Wildblumen und Insekten ins Zeug.  (Bernd Quellmalz)

Mit seinem Projekt „Wildblumenwiese am Wegesrand“ möchte der BUND Unterweser anhand von Vorzeige-Wegrändern verdeutlichen, wie diese als an Wildblumen reiche Nahrungsflächen für Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten entwickelt werden können und sollten. Auf einem Wegrand an der Imsumer Straße in Geestland wird regelmäßig gemäht, um Blütenpflanzen in ihrer Entwicklung zu fördern. Das Mahdgut kompostiert anschließend der benachbarte Landwirt. Weitere Vorzeige-Wegränder liegen in den Gemeinden Beverstedt, Hagen, Loxstedt und Schiffdorf zu entwickeln.

„Wegränder, noch besser die zwischen den Schlägen liegenden, ungestörten Raine, bieten in der intensiv genutzten Agrarlandschaft als verbliebene Biotope Rückzugsräume für Tiere und Pflanzen“, erläuterte Bernd Quellmalz, BUND-Regionalgeschäftsführer Weser-Elbe die Hintergrunde des Vorhabens. „Außerdem verbinden sie in der Landschaft noch vorhandene Lebensräume miteinander und helfen Tieren und Pflanzen bei ihrer Ausbreitung.“ Vor dem Hintergrund des Insektensterbens möchte der BUND zusammen mit den zuständigen Gemeinden anhand einzelner Beispiele verdeutlichen, wie Wegränder idealerweise entwickelt werden müssten, um Wildbienen, Schmetterlingen und anderen Insekten Nahrung und Lebensraum zu bieten. In Deutschland gibt es etwa 550, in Niedersachsen rund 360 Bienenarten, wovon die meisten einzeln, und nicht wie die Honigbiene und Hummeln als Sozialwesen in einem gemeinsamen Nest (Stock) leben. An der Imsumer Straße mähen und harken Ehrenamtliche den Wegrand, um ihm Nährstoffe zu entziehen sowie die dichte Grasnarbe zu lichten. Damit möchte der BUND erreichen, dass sich mittelfristig überhaupt Blumen und auf längere Sicht auch seltenere Arten der mageren Standorte ansiedeln können. „Das dichte Gras und nährstoffliebende Großkräuter wie Brennnesseln verhindern die Ansiedlung von standorttypischen Wildblumen, wenngleich sie für viele Insektenlarven wie Raupen wichtige Futterpflanzen sind“, erklärte Quellmalz. „An der Imsumer Straße möchten wir dem mit der Mahd entgegen wirken.“

Auf Wegrändern, auch Wegraine genannt, leben zahlreiche Tier- und Pflanzarten der Kulturlandschaft. Da auf den angrenzenden Äckern gepflügt, gedüngt und Pestizide gespritzt werden, schaffen die ganzjährig ungenutzten Wegränder mit einer vielfältigen Struktur aus Gräsern, Stauden, zuweilen auch Gebüschen oder gar Einzelbäumen Lebensstätten für eine große Artenvielfalt. „Unsere Aktivitäten sollen Initialzündungen für eine eigendynamische, naturnahe Entwicklung falsch genutzter Wegränder sein“, erläuterte der Biologe. „Eine aufwändige Pflege ist anschließend nur selten erforderlich. Die Natur richtet es dann selbst.“ Es gäbe im Landkreis Cuxhaven noch zahlreiche weitere Wegränder, die ähnlich entwickelt werden könnten und sollten, so der Umweltverband. An ausgewählten Stellen in den Gemeinden Beverstedt, Hagen, Loxstedt und Schiffdorf versucht der BUND ähnliche Maßnahmen durchführen.

Mitmachen

Wer Lust hat, beim BUND-Projekt „Wildblumenwiese am Wegesrand“ mitzuhelfen, ist herzlich willkommen. Interessierte wenden sich bitte an bernd.quellmalz(at)nds.bund.net.

Impressionen vom 5. September 2018

Impressionen vom Auftakt am 23. April 2018


Engagement für Insektenvielfalt

Clara (links) und Dicle freuen sich über die Spenden für ihr Wildblumenprojekt in Hagen im Bremischen, die ihnen Heino Hüncken (links) und Leo Mahler von der SPD am 14.2. übergaben.  (BUND / B. Quellmalz)

Hagen, 14. Februar 2018. Das ist mal ein beispielhaftes Engagement: Die Schülerinnen Clara und Dicle aus Hagen im Bremischen sorgen sich um die Insekten und möchten nun in ihrem Ort Wildblumenwiesen anlegen. Hierfür haben sie Spenden gesammelt, die ihnen am 14.2. Heino Hüncken und Leo Mahler übergaben. Bei der Übergabe waren auch Aktive des BUND dabei, die in Hagen-Driftsethe die Entwicklung eines blütenreichen Wegrandes planen. Wir alle haben dasselbe Ziel: die Förderung der Artenvielfalt in der Pflanzen- und Insektenwelt. Für ihren Einsatz für den Insektenschutz schon mal vielen Dank an Clara und Dicle.


Wildblumenwiese am Wegesrand

 (Bernd Quellmalz)

Bramstedt, 15. Mai 2017. Aktive der BUND-Gruppen Osterholz und Unterweser säten auf dem Wegrand entlang der Straße „Zum Häsebusch“ in Bramstedt eine Wildblumenmischung aus. Ziel ist es, an dem Wegrand eine Wildblumenwiese zu entwickeln, die Wildbienen und Schmetterlingen Lebensraum und Nahrung bietet. Außerdem dient dieser naturnahe Streifen entlang des Feldweges der Biotopvernetzung. Zusammen mit der Gemeinde Hagen im Bremischen säten Aktive des BUND auf dem Wegrand an der Straße „Zum Häsebusch“ in Bramstedt eine Wildblumenwiese aus. Dabei wurden die Mischungen der Firma Rieger & Hofmann "05 Mager- und Sandrasen" und "08 Schmetterlings- und Wildbienensaum" verwendet.

Für die Aussaat gut vorbereitet: der Wegrand "Zum Häsebusch" in Bramstedt, Gemeinde Hagen  (Bernd Quellmalz)

Jetzt mitmachen!

Wer Lust hat, in Zusammenarbeit mit den zuständigen Gemeinden öffentliche Wegränder für Bienen und Schmetterlinge naturnah zu entwickeln, ist beim BUND herzlich willkommen. Interessierte wenden sich bitte direkt an BUND-Regionalgeschäftsführer Bernd Quellmalz per eMail.

BUND-Broschüre mit weiteren Infos

BUND-Broschüre "Wegraine und Gewässerrandstreifen": PDF zum Herunterladen...

Oliver Kwetschlich vom BUND Osterholz, Dr. Eike Rachor vom BUND Unterweser und Gemeindevertreterin Frederike Klohs (v.l.n.r.) möchten Lebensraum für Bienen und Schmetterlinge schaffen.  (Bernd Quellmalz)

Der Wegrand "Zum Häsebusch" im Juli 2017

Der Wegrand "Zum Häsebusch" in Richtung Süden.  (Bernd Quellmalz)

Erste Erfolge am Wegrand zeigten sich schon bei einer Begehung am 26. Juli 2017. Ob Ackerkratzdistel, Kornblume und Kamille oder auch das Tagpfauenauge – die Natur erobert sich den ehemals überackerten Wegrand zurück.Im Einzelnen fand der BUND folgende Tier- und Pflanzenarten (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

Pflanzenarten (unsortiert)
Rote Lichtnelke
Weiße Lichtnelke
Wilde Malve
Kornrade
Schafgarbe
Rauhe Gänsedistel
Wilde Möhre
Ackerminze
Kamille
Rainfarn
Gänsefuß
Beifuß
Kornblume
Saatmohn
Sandmohn
Reiherschnabel
Ackerkratzdistel
Johanneskraut
Günsel

Tierarten (unsortiert)
Schmetterlinge: Tagpfauenauge, Landkärtchen, Schornsteinfeger, Kohlweißling
Heuschrecken: mind. drei unterschiedliche Arten
Weitere Insekten: Hornisse, div. Hummel- und Wildbienenarten

Artenliste und Fotos gibt es auch als pdf...

Kornblume und Kamille  (Bernd Quellmalz)
Schafgarbe und Ackerminze  (Bernd Quellmalz)
Tagpfauenauge auf Ackerkratzdistel  (Bernd Quellmalz)
Rote Lichtnelke  (Bernd Quellmalz)

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