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Region Weser-Elbe

Jetzt Öko-Weihnachtsbäume kaufen!

Geschmückter Öko-Weihnachtsbaum ohne Gift  (Bernd Quellmalz)

Die BUND-Regionalgeschäftsstelle Weser-Elbe empfiehlt jetzt, nur Weihnachtsbäume aus ökologischer Waldwirtschaft oder aus anerkannt ökologischen Weihnachtsbaumkulturen zu kaufen. Dies sind FSC-zertifizierte Forstbetriebe und Baumschulen, Gärtnereien und Biohöfe, die nach Richtlinien des Naturland-, Bioland- oder des BIO-Siegels (sechseckiges Logo) produzieren. Auch einige Gartencenter haben Bäume mit BIO-Siegel im Angebot. Wenn ein solches Angebot fehlt, sollte man laut BUND seinen Baum aus der Region beziehen und ihn am besten beim nächstgelegenen Waldbetrieb selber schlagen.

„Mit dem Weihnachtsbaum holen sich viele Menschen jedes Jahr ein Stück Natur ins Wohnzimmer“, sagt Bernd Quellmalz, BUND-Regionalgeschäftsführer Weser-Elbe. „Allerdings stammten etwa 90 Prozent der rund 25 Millionen Weihnachtsbäume, die in Deutschland pro Jahr verkauft werden, aus Intensiv-Plantagen. Dort wird stark gespritzt und gedüngt – zum Schaden von Tieren, Pflanzen, Gewässern und Böden.“ Nach 2014 hat der BUND auch 2017 wieder stichprobenartig die Nadeln von Weihnachtsbäumen an deutschen Verkaufsstellen testen lassen: 2014 fand der Umweltverband Pestizide wie Glyphosat und Prosulfocarb bei mehr als jedem zweiten Baum, 2017 waren die Bäume sogar zu 76 Prozent mit Pestiziden belastet (s. Bericht unten). „Zu der hohen Pestizidbelastung auf vielen Weihnachtsbaumplantagen kommt noch der Flächenverbrauch“, so der Biologe. „Allein in Deutschland nehmen die Monokulturen bis zu 50.000 Hektar in Beschlag. Diese Flächen fehlen einer natürlichen Entwicklung.“ Die mit entsprechenden Bio-Siegeln gekennzeichneten Bäume stammen dagegen aus Plantagen oder Wäldern, die ökologisch bewirtschaftet werden. Dabei wird auf Kahlschläge, Düngung, Entwässerungsmaßnahmen und den Einsatz von Pestiziden verzichtet. Ein Öko-Weihnachtsbaum ist oft nur wenig teurer, jedoch haben Verbraucher die Sicherheit, dass ihr Wohnzimmer frei von Schadstoffen bleibt und die Umwelt geschont wird. Eine schlechte Wahl seien dagegen Plastikbäumchen, so der BUND. Auch bei mehrjährigem Gebrauch bessere sich deren Ökobilanz nur unwesentlich. Ebenso sei Importware nicht zu empfehlen, stattdessen sollten Käufer auf kurze Transportwege achten. Ein besonderes Erlebnis ist es, seinen Weihnachtsbaum im Wald selbst zu fällen. Der BUND rät, sich an das Forstamt zu wenden und dabei auch nach dem Einsatz von Pestiziden zu fragen.

Für ökologische Alternativen zum klassischen Weihnachtsbaum hilft ein Blick in die Geschichte: In vorchristlichen Zeiten holten die Menschen um die Wintersonnenwende neben Tannen auch Immergrünes wie Buchsbaum, Mistel oder Wacholder als festlichen Schmuck in die Häuser. Später dienten Obstbäume, Eichen oder Birken als christliche Gabenbäume, behängt mit Gebäck, Wurst, Obst, Geschenken und Papierblumen. Auch so manche große Zimmerpflanze eignet sich als Weihnachtsbaum. Wer sich seinen Baum aus Naturmaterialien selbst basteln möchte, findet hierzu viele Ideen im Internet.

In der Region Weser-Elbe, d.h. in den Landkreisen Cuxhaven, Osterholz und Wesermarsch sowie in der Stadt Bremerhaven, sind nach Recherchen des BUND keine Öko-Weihnachtsbäume gemäß FSC erhältlich. Die nächsten Verkaufsstellen von Öko-Weihnachtsbäumen finden sich erst in den benachbarten Landkreisen und in Bremen (Quelle: Liste von ökologischen Weihnachtsbaum-Bezugsquellen 2017, www.robinwood.de):

  • Bremen: Die Gärtnerei, Alter Kuhweideweg 90, 28203 Bremen, Tel.: 0421/875950 (BIO-Siegel). Ab 11. Dezember auf dem Ulrichs-Platz am Ostertorsteinweg, direkt vorm Café "Litfass", angeboten werden Nordmanntannen sowie Blau- und Rotfichten (auch getopft) aus Kulturen von Schulte-Göbel in 57392 Schmallenberg-Felbecke.
  • Bremen und Lüneburg: Die Baumarktkette Bauhaus bietet ab 26. November - allerdings nur in geringem Umfang von 25 Stück/pro Filiale - auch BIO-zertifizierte Nordmann-Tannen an (1,50‑2,00 m; 39,95 €); Die Bäume stammen aus den Betrieben von Peter Quast aus 57482 Wenden und/oder Volker Grüber aus 58553 Halver.
  • Landkreis Diepholz: Carsten Dirk Engelke, 27318 Hoyerhagen (Naturland). Zertifiziert angeboten werden Fichten, Blau-und Omorika-Fichten sowie Douglasien; die ebenfalls angebotenen großen Nordmann-Tannen sind nicht zertifiziert; Verkauf täglich direkt ab Hof, Vogelsang 9; Tel.: 04251/3258, 0171/7609119.
  • Landkreis Harburg: Minkenhof, Jan Meyer, Itzenbütteler Sod 4, 21266 Jesteburg (Bioland). Verkauf ab 8.12, täglich ab 11 Uhr aus der Weihnachtsbaumkultur zum Selberaussuchen und/oder Selberschlagen; Anfahrt: nach Itzenbüttel fahren und den Ausschilderungen zum „Grünen Jäger“ folgen. Genau gegenüber befindet sich die Kultur; warme Getränke am Lagerfeuer; am Wochenende auch mit deftiger Erbsensuppe, Bockwurst und Bratwurst; Tel.: 04181/7755.
  • Landkreis Stade: Henry Jungclaus, Vorwerk 11, 21720 Engelschoff (Naturland). Angeboten werden nur wenige Nordmann-Tannen (Naturland), alle größer als 3 m!; Verkauf nach Absprache. Tel.: 04144/5780.

Wer in seiner Nähe kein entsprechendes Angebot für Öko-Weihnachtsbäume findet und wem die Wege zu den o.g. Verkaufsstellen zu weit sind, sich aber unbedingt einen ökologisch angebauten Weihnachtsbaum wünscht, kann unter www.bio-weihnachtsbaum-versand.de einen Baum bestellen. Alternativ empfiehlt der BUND, einen Baum bei den regionalen Forstbetrieben zu beziehen, um zumindest die Transportwege kurz zu halten.


Weihnachtsbäume zu 76 Prozent pestizidbelastet

Berlin (14.12.2017): Der BUND hat die Nadeln von 17 Weihnachtsbäumen von einem unabhängigen Labor auf Rückstände von knapp 140 Pestiziden untersuchen lassen. Bei 13 der analysierten Bäume, also bei 76 Prozent, wurde das Labor fündig. Insgesamt wurden bei dem Test neun verschiedene Pestizide gefunden, von welchen fünf zu den gefährlichsten zählen, die derzeit in der EU eingesetzt werden.

In den Nadeln von neun Bäumen und damit am häufigsten wurde das Insektizid Lambda-Cyhalothrin festgestellt, das als das schädlichste zurzeit in der EU zugelassene Pestizid gilt. Es ist unter anderem akut toxisch, schädigt Nervenzellen und das Hormonsystem, ist giftig für Bienen und Wasserlebewesen und reichert sich in Organismen an. In Weihnachtsbaumplantagen wird es zur Insektenbekämpfung eingesetzt. Ein weiterer bei dem BUND-Weihnachtsbaumtest gefundener Wirkstoff, Parathion-Ethyl – früher bekannt als E 605 oder umgangssprachlich als „Schwiegermuttergift“ –, ist illegal und darf aufgrund seiner äußerst hohen Giftigkeit bereits seit 15 Jahren in der EU nicht mehr verwendet werden. In zwei Weihnachtsbäumen wurde auch das umstrittene Totalherbizid Glyphosat nachgewiesen.

„In Weihnachtsbaumplantagen werden jede Menge Herbizide, Insektizide und Fungizide eingesetzt. Auffällig und beunruhigend ist die hohe Mehrfachbelastung, viele Weihnachtsbäume sind einem regelrechten Pestizidcocktail ausgesetzt“, sagte die BUND-Pestizidexpertin Corinna Hölzel. Mehr als die Hälfte der getesteten Bäume war mit mindestens zwei Wirkstoffen belastet, ein Baum enthielt sogar Rückstände von vier Pestiziden. Die untersuchten Weihnachtsbäume stammten überwiegend von deutschen Plantagen und wurden von BUND-Aktiven stichprobenartig in Baumärkten, Gartencentern und im Straßenverkauf an 15 Orten im gesamten Bundesgebiet erworben.

Die Verwendung von Pestiziden in der Land- und Forstwirtschaft ist in erster Linie ein Umweltproblem. „Die Gifte gelangen in Böden und Gewässer, sie schädigen Insekten und zerstören auch Nahrungsquellen und Lebensräume weiterer Nützlinge“, sagte die BUND-Pestizidexpertin. Nicht zu vernachlässigen seien jedoch auch mögliche gesundheitliche Auswirkungen auf Menschen. „Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Pestizide in geschlossenen und beheizten Räumen in die Raumluft ausdünsten“, so Hölzel.

Der BUND rät Verbrauchern dazu, zertifizierte Bio-Weihnachtsbäume zu kaufen, die garantiert frei von Schadstoffen sind, oder einen Baum aus heimischen FSC-zertifizierten Wäldern, die nicht mit Pestiziden behandelt werden. Bio-Bäume erkennen Verbraucher am Siegel der Öko-Anbauverbände Bioland, Naturland oder Demeter.

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