Region Weser-Elbe

Wasservögel bitte nicht füttern!

Möwen und Wasservögel kommen in Massen, wenn sie gefüttert werden - mit schwerwiegenden Folgen für sie und die Gewässer.  (pixabay.com)

Der BUND appelliert an Bürgerinnen und Bürger, Wasservögel wie Enten und Schwäne in Parks und Grünanlagen nicht zu füttern. Denn die Fütterung von Wasservögeln schade sowohl den Tieren selbst als auch den Gewässern, so der Umweltverband. Darüber hinaus begünstige die Ansammlung von Vögeln an den Futterplätzen die Übertragung von Krankheiten, wie z.B. die Vogelgrippe, so der BUND.

„Durch den engen Kontakt zwischen den Wasservögeln am Futterplatz wird die Ansteckungsgefahr unter den Vögeln unnötig erhöht“, erklärt Bernd Quellmalz, BUND-Regionalgeschäftsführer Weser-Elbe. „Das Futter könnte an solchen Stellen mit Vogelkot verunreinigt werden. Damit laufen gesunde Wasservögel Gefahr, etwaige Krankheitserreger mit dem Futter aufzunehmen und sich anzustecken.“ Singvögel könnten aber weiterhin gefüttert werden. Quellmalz: „Aber wir empfehlen für die Fütterung von Singvögeln, auf jeden Fall ein so genanntes Futtersilo zu verwenden. Darin wird im Gegensatz zu den offenen Futterhäuschen die Verunreinigung des Futters durch Vogelkot verhindert.“

Der BUND weiß, dass der „Freizeitsport Entenfüttern“ zwar gut gemeint sei, aber sowohl den Vögeln als auch den Gewässern schade. Viele vermeintliche Vogelfreunde verfüttern tütenweise oftmals altes, zum Teil sogar schimmeliges Brot an die Wasservögel. Nicht selten seien Vogelansammlungen von bis zu tausend Tieren auf Teichen zu beobachten, die natürlicherweise gerade mal unter hundert Tiere ernähren könnten. „Neben der Verbreitung von Krankheiten führt die massive Konzentration der Wasservögel an den Fütterungsstellen auch zu einer Überdüngung des Gewässers“, erklärt der Biologe. Infolge der damit einhergehenden hohen Nährstoffkonzentrationen vermehren sich die im Wasser schwebenden Algen massenhaft. Dadurch dringt zu den unteren Wasserschichten kein Licht mehr durch. Pflanzen und Algen sterben ab und sinken auf den Gewässergrund, wo sie zersetzt werden. Dies verbraucht Sauerstoff, der dann den übrigen Bewohnern der Gewässer, wie z.B. Fischen und Kleinlebewesen fehlt. „Wild lebende Tiere kommen in der Natur besser ohne uns zurecht“, betont Quellmalz. Brot stelle keine natürliche Nahrung für die Wasservögel dar. Ohne lokal konzentrierte Fütterungen verteilen sich die Wasservögel an den Gewässern und gehen dort ihrer Nahrungssuche nach.

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