Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der hier beschriebenen Verwendung von Cookies durch den BUND einverstanden. An dieser Stelle können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen bzw. eine erteilte Einwilligung widerrufen. Der Einsatz von Cookies erfolgt, um Ihre Nutzung unserer Webseiten zu analysieren und unser Angebot zu personalisieren.

Region Weser-Elbe

Laubsauger und -bläser schaden Natur und Mensch

 (pixabay.de)

Kaum fällt das Herbstlaub, lärmen an Straßen, in Parks und Gärten wieder die Laubsauger und Laubbläser. Die BUND-Regionalgeschäftsstelle Weser-Elbe in Bremerhaven weist jetzt darauf hin, dass diese Gartengeräte Umwelt und Gesundheit durch Lärm und Schadstoffe schädigen und den Naturhaushalt stören. Deshalb appelliert der BUND an Bürgerinnen und Bürger, aber auch an Städte und Gemeinden, diese Geräte nicht mehr zu verwenden. Stattdessen sollte das Laub unter Büschen und auf Beeten liegen bleiben, und, wo nötig, Harke und Rechen zur Laubbeseitigung eingesetzt werden, so der BUND.

„Die Geräte verursachen einen Lärm von über 100 Dezibel, was ungefähr so laut ist wie ein Presslufthammer“, erklärt Bernd Quellmalz, BUND-Regionalgeschäftsführer Weser-Elbe. „Das schädigt nicht nur die Gesundheit der Benutzer selbst, sondern auch die der Anwohner. Denn schon ab einem Lärmpegel von 85 Dezibel kann es bei Dauer­belas­tungen zu Hörschäden kommen.“ Laubsauger und -bläser, die von einem Verbrennungsmotor angetrieben werden, stoßen darüber hinaus gesundheitsschädliche Abgase wie Kohlenwasserstoffe, Stickoxide und Kohlenmonoxid aus. „Auch die Bodenbiologie wird durch diese Geräte gravierend beeinträchtigt“, warnt der gelernte Biologe. „Die lauten Ordnungshalter saugen mit den welken Blättern auch Kleintiere wie Spinnen, Würmer, Insekten und Amphibien auf, häckseln und töten sie dabei. Außerdem zerstören sie Pflanzensamen.“ Da die abgesaugten oder mit einer Luftgeschwindigkeit von bis zu 220 km/h weggeblasenen Blätter und Äste nicht mehr auf dem Boden verrotten, werde außerdem die Humus- und Nährstoffbildung behindert. „Die am Boden lebenden Kleintiere wie Würmer, Insekten, Spinnen und Kleinsäuger verlieren Nahrung und Lebensraum, und der Boden wird der Deckschicht beraubt, die ihn vor Austrocknung und bei extremer Kälte schützt“, so Quellmalz. Selbstverständlich müsse aus Sicherheitsgründen das Laub von Gehwegen und Straßen entfernt werden. Und auch auf Rasenflächen ist die Laubbeseitigung sinnvoll, um den Rasen nicht zu schädigen. „Ich beobachte aber immer wieder, dass Beete, aber auch Bereiche unter Büschen geradezu klinisch rein gepustet werden“, bedauert Quellmalz. „Angesichts der damit einhergehenden Schäden ist das schlicht und ergreifend überflüssig.“ 

Der BUND empfiehlt daher, bei der Laubbeseitigung zu Rechen und Harke zu greifen, die ganz ohne schädliche Emissionen auskommen. „Das welke Laub sollte am besten auf Beete und unter Gehölze verteilt werden“, gibt Quellmalz einen Tipp. „Dort verrottet es während des Winters langsam und schützt sowohl den Boden als auch Kleintiere. Im Frühjahr kann es dort dann als natürlicher Dünger in den Boden eingearbeitet werden.“ Dass es auch ohne Laubsauger und Laubbläser geht, zeigt übrigens die österreichische Stadt Graz: Sie hat bereits zum 1. Oktober 2014 die Nutzung von Laubsaugern und Laubbläsern verboten. Dort darf nur noch mit Harke und Rechen gekehrt werden.

BUND-Bestellkorb