Wenn die Stadt glüht

BUND gibt Hitze-Tipps für Menschen und Stadtnatur

 (Gerd Altmann / Pixabay)

Angesichts der aktuellen Hitzeperiode und der damit verbundenen Trockenheit hebt der BUND den Wert von Stadtgrün für Menschen, Tiere und Pflanzen hervor. Der BUND gibt jetzt Tipps, was jeder und jede von uns für mehr Grün in der Stadt tun kann.

„In der Stadt freuen sich Insekten, Reptilien, Säugetiere und Vögel immer über Wasserstellen. Das kann ein Gartenteich oder eine Wasserschale auf dem Balkon sein. Bei künstlich angelegten Trinkstellen ist es wichtig, die Trinkgefäße täglich sauber zu halten, weil sonst Keime übertragen werden können“, erklärt Bernd Quellmalz, Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim BUND Bremen. Insekten sollten darin durch Stöckchen oder andere Schwimmhilfen Rettungsinseln finden. Auch kühle, feuchte Versteckmöglichkeiten im Schrebergarten, Innenhof oder im Hausgarten werden von vielen Tieren geschätzt. „Der Laubhaufen in der Ecke, der Kompost im Garten, das undurchdringliche Gebüsch, aber auch das gemulchte Beet können Schatten, Feuchtigkeit und damit Rettung in der Trockenheit bedeuten“, so Quellmalz. Stadtnatur umfasst sowohl Parks und Gärten, Brachflächen, begrünte Dächer und Fassaden, aber auch blühende Balkone. Sie ist vielfältig und überlebenswichtig. Die Möglichkeiten, etwas für die Artenvielfalt zu tun, sind zahlreich. Blütenreiche heimische Pflanzen, Nisthilfen für Vögel, Insekten und Fledermäuse helfen Tieren in der Stadt. „Pflanzen Sie statt Rasen einen Streifen Blumenwiese und lassen Sie Totholz im Garten oder im Innenhof liegen. Das bietet Nahrung und Rückzugsmöglichkeiten“, betont der Biologe.

In Zeiten der Klimakrise sind es vor allem die Bäume, die durch Verschattung oder Verdunstung die Temperatur in der Stadt reduzieren können. Am Extremstandort Stadt mit wenig Wurzelraum und Bodenverdichtung leiden die Bäume jedoch stark unter der anhaltenden Trockenheit. Die Kommunen müssen große Anstrengungen unternehmen, damit sie nicht einfach absterben. Quellmalz: „Wenn Bürger*innen in Nothilfe Bäume gießen, dann ist das ein toller Einsatz für die Natur. Wenn Sie gießen, dann bitte lieber einmal ausgiebig – 80 bis 100 Liter, das sind 8-10 Gießkannen – als mehrmals wenig. So versickert das Wasser in den Wurzelraum und verdunstet nicht an der Oberfläche.“

Neben den Bäumen wirken naturnahe Grünflächen, entsiegelte Höfe und sogar Dachbegrünung als natürlicher Klimaschutz. Außerdem sind sie unerlässlich, um im Lebensraum Stadt, Habitate und Biotope für Insekten und Tiere anzubieten. „Reden Sie mit Ihrem Vermieter*innen oder ihrer Wohnungsbaugenossenschaft und fragen nach, ob Sie ihren Innenhof begrünen und versiegelte Fläche aufbrechen dürfen“, gibt der BUND-Sprecher einen Tipp. „Oftmals gibt es auch lokale Fördermöglichkeiten, um kleine Projekte für die Stadtnatur zu finanzieren, beispielsweise Dachbegrünung oder die Aufstellung von Hochbeeten im Straßenraum. Auch eine Regentonne aufzustellen, um Wasser zum Gießen zu sammeln, ist eine gute Idee." Naturliebhabende können sich auch bei ihrer Kommune melden, um die Baumscheibe vor dem eigenen Mietshaus zu begrünen. Quellmalz: „Wir raten dazu regionale Wildpflanzen auszusäen oder zu pflanzen. Sie sind eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten sind oftmals besser mit den Bodenverhältnissen und Trockenheit klar kommen, als hochgezüchtete Pflanzen.“ 

Die eigentliche Aufgabe besteht darin, unsere Städte und Siedlungen fit für den Klimawandel zu machen. Neuer Wohnraum muss immer auch zusammen mit grünen Freiflächen entwickelt und (Regen)Wasser konsequent mitgedacht werden, etwa indem in der Stadtentwicklung das Prinzip der Schwammstadt angewendet wird. Nicht selten konterkarieren aber geplante Bauvorhaben für Siedlung und Gewerbe auf Grünflächen die eigenen kommunalen Klimaanpassungsstrategien. „Wir raten den Menschen: Setzen Sie sich in Bezirksversammlungen, Gemeindesitzungen oder bei anderen Treffen dafür ein, dass ihre Nachbarschaft grün und naturnäher gestaltet wird. Oder werden Sie Mitglied in einem Umweltverband, finden eine aktive Gruppe und helfen so, unsere Lebensgrundlagen zu schützen“, fordert der BUND-Vertreter zum Handeln auf.


Bei Hitze und Trockenheit

Wassersparen und Vogeltränken aufstellen!

Blaumeise trinkt an einer Tränke. Vielleicht nimmt sie gleich noch ein Bad?  (pixabay.com)

Der BUND appelliert an Bürgerinnen und Bürger, bei Hitze und Trockenheit mit dem Trinkwasser sorgsam umzugehen und den Vögeln Wassertränken im Garten und auf dem Balkon zur Verfügung zu stellen.

Wassersparen in Haus und Garten

„Im Garten hilft ein gut bedeckter Boden, Wasser zu sparen: Eine geschlossene Pflanzendecke oder eine Schicht Rindenmulch schützen den Boden vor dem Austrocknen“, rät Bernd Quellmalz BUND-Regionalgeschäftsführer Weser-Elbe. Wer sich außerdem heftige Gewittergüsse längerfristig zunutze machen will, der sollte sich Regentonnen in den Garten stellen. Über den Abfluss des Wassers vom Dach lassen sich diese bei Regen schnell füllen. „Wer seinen Garten bewässern möchte, sollte mit der Gießkanne oder dem Wasserschlauch gezielt im Wurzelbereich der Pflanzen gießen“, so der Naturschützer. „Denn beim Wassersprengen verspritzt das kostbare Nass wahllos und bleibt an den Blättern hängen, wo es verdunstet.“ Aber auch im Haushalt lässt sich Wasser sparen, z.B. durch die Reduktion des Wasserdurchflusses mit Hilfe von Durchflussbegrenzern (nicht bei drucklosen Boilern oder hydraulisch geregelten Durchlauferhitzern einsetzen) oder am Eckventil der Waschtischarmaturen. „Ums Duschen kommt man bei dieser Hitze nicht herum“, meint Quellmalz. „Aber besser nicht zu lange duschen. Und auch hier kann die Durchflussmenge durch sparsame Duschköpfe oder Durchflussbegrenzer verringert werden.“

Vogeltränken für unsere gefiederten Freunde

Wegen der Hitze bittet der BUND darüber hinaus die Bevölkerung Vogeltränken aufzustellen. „Die Vögel leiden unter dem Wassermangel“, sagt der Biologe. Vogeltränken im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon können Abhilfe schaffen. Denn Vögel können nur über nicht gefiederte Bereiche wie die Füße schwitzen. Deshalb nutzen die Vögel die Tränken nicht nur zum Trinken, sondern auch gerne, um ihre Füße darin zu baden. „Das Wasser und die Tränke müssen aber auf jeden Fall sauber bleiben. Sonst drohen Infektionen durch Salmonellen und ähnlichem“, betont Quellmalz. „Deshalb muss das Wasser täglich gewechselt, die Tränke ausgespült und gesäubert werden – selbstverständlich ohne Chemie.“ Als Tränke können eine flache Schüssel, ein Blumentopf-Untersetzer oder ein Suppenteller dienen. Quellmalz: „Wichtig ist, dass sie gut einsehbar und nicht neben Büschen platziert ist. Sonst werden die badenden Vögel schnell zur Beute.“ Im Übrigen nutzt eine flache Wassertränke auch den Insekten.

Weitere Wasserspartipps: www.BUND-Bremen.net/Trinkwasser