Region Weser-Elbe

Nitrat-Testung in Hagen

Besorgniserregende Messergebnisse in Haus- und Gartenbrunnen

Hohe Nitrat-Gehalte im Grundwasser erfordern einen hohen Aufwand bei der Trinkwasseraufbereitung, um die Grenzwerte einhalten zu können. Das wird teuer.  (pixabay.com)

Hagen im Bremischen, 10. Juli 2020. Der BUND Unterweser untersuchte im Bioladen Lebenswert in Hagen im Bremischen eine Nitrat-Testung von Wasserproben aus Haus- und Gartenbrunnen durch. Insgesamt gaben dabei Bewohner aus den Gemeinden Beverstedt, Hagen im Bremischen, Loxstedt und Schiffdorf insgesamt 27 Proben mit Brunnenwasser beim BUND ab. Davon befanden sich Zweidrittel, also 18 Proben, in einem kritischen Zustand mit Nitrat-Werten zwischen 20 und 50 mg/l. Diese Proben stammten aus Beverstedt, Bokel, Donnern, Hagen, Hollen, Holste Schiffdorf und Stotel. 26 Prozent der Proben waren mit Werten von 10 bis 20 mg/l Nitrat-Gehalt mäßig belastet. Sie stammten aus Beverstedt, Bramstedt, Hagen, Stubben und Nesse. Eine Probe aus Wittstedt (3,7 %) befand sich sogar im schlechten Zustand mit einem Nitrat-Gehalt von 50mg/l. Lediglich eine Probe aus Bokel (3,7 %) konnte als „sehr gut“ eingestuft werden.

„Dass sich über 95 Prozent der Wasserproben in keinem guten Zustand befinden, ist besorgniserregend, denn Nitrat ist gesundheitsschädlich“, sagt Bernd Quellmalz, BUND-Regionalgeschäftsführer Weser-Elbe. „Auch wenn unsere Werte im Rahmen von Bürger*innenwissenschaft ermittelt wurden und keinen wissenschaftlichen Anspruch erheben, geben sie doch einen deutlichen Hinweis auf eine vergleichsweise hohe Nitrat-Belastung des Grundwassers in den beteiligten Gemeinden.“ Aus den Werten lasse sich zwar nicht die Ursache für die Nitratbelastung ablesen, es sei aber zu vermuten, dass in den meisten Fällen ein zu hoher Stickstoffeintrag aus der Düngung dafür verantwortlich ist. Denn laut des Nährstoffberichts 2018/2019 wurden im letzten Berichtsjahr allein in Niedersachsen aus der Landwirtschaft 31.000 Tonnen Stickstoff zu viel auf die Böden ausgebracht. Wegen der daraus resultierenden zum Teil hohen Nitrat-Gehalte im Grundwasser wird die Aufbereitung zu Trinkwasser immer aufwendiger, um die erforderlichen Nitrat-Grenzwerte (50 mg/l bzw. 10 mg/l Nitrat für Säuglinge) einhalten zu können. Das Umweltbundesamt warnte bereits, dass unser Trinkwasser infolge der Belastung durch zu viel Nährstoffe voraussichtlich bis zu 45 Prozent teurer werden könnte. Die Überdüngung von Gewässern führt außerdem zu einer Beeinträchtigung für Tiere und Pflanzen. „Die Ergebnisse verdeutlichen, dass sich der Zustand von Grundwasser und Gewässern dringend und schnellstens verbessern muss“, so Quellmalz. „Die jetzt geltende Düngeverordnung und die Umsetzung in Niedersachsen werden allerdings wohl nicht reichen, die erforderlichen Verbesserungen für unser Wasser zu erzielen.“ Für eine wirkliche Verbesserung bedürfe es einer Agrarwende und eines effektiven Gewässer- und Wasserschutzes.

Messergebnisse im Detail

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