Region Weser-Elbe

Verkehrswende für die Klimastadt jetzt!

Verbände gründen Verkehrswendebündnis Bremerhaven und legen Positionspapier mit Forderungen für eine umweltfreundliche Mobilität in der Seestadt vor

Eine Verkehrswende ist in der Autostadt Bremerhaven überfällig.  (flo51vogt / Pixabay)

Bremerhaven im März 2022. Die Verbände ADFC Bremerhaven, AWIs4Future, BUND Unterweser e.V., Fridays For Future Bremerhaven, FUSS e.V. - Ortsgruppe Bremerhaven, NABU Bremerhaven Wesermünde, Parents For Future Bremerhaven, VCD Kreisverband Bremerhaven und Wurtenhopper – Verein für Mobilität e.V. haben sich jetzt zu dem „Verkehrswendebündnis Bremerhaven“ zusammengeschlossen. Zur Gründung des Bündnisses haben die Verbände ein Forderungspapier vorgelegt, mit dem sie sich jetzt in die öffentliche Diskussion um eine umweltfreundliche Mobilität einschalten. Das Bündnis plant, Aktionen durchzuführen, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Interessierte sind herzlich willkommen mitzumachen.

Die Columbusstraße zerschneidet mit ihren sechs, zuweilen sogar acht Fahrspuren derzeit die Innenstadt. Das soll sich ändern!  (David Mark / Pixabay)

"Klimaschutz und die Verkehrswende bedeuten für die Menschen in Bremerhaven einen Gewinn an Lebensqualität und Gesundheit“, sind sich die Verbände sicher. Dafür setzt sich nun das Verkehrswendebündnis ein und erwartet von den politisch Verantwortlichen in Bremerhaven und im Umland die zügige Einleitung und Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen. Das Bündnis begrüßt die Ergebnisse des Abschlussberichts der Enquetekommission der bremischen Bürgerschaft „Klimaschutzstrategie für das Land Bremen“. Dieser starke klimapolitische Impuls müsse nun auch in Bremerhaven aufgenommen und als Start für eine umfassende soziale und ökologische Transformation begriffen werden, so die Verbände unisono. Und weiter: „Die Reduzierung des Autoverkehrs muss als zentrales Ziel der Verkehrswende im Mittelpunkt stehen!“

Noch liegt der Anteil des Verkehrssektors an den C02-Emissionen in der Seestadt bei ca. 30 %. Das Verkehrswendebündnis fordert die Stadtverordnetenversammlung sowie den Magistrat der Stadt Bremerhaven auf, für den Verkehrssektor in Bremerhaven CO2-Neutralität bis 2038 entsprechend den allgemeinen Etappenzielen der Enquetekommission als Zielgröße zu erreichen.

Die Verbände fordern u.a. einen Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV).  (Erich Westendarp / Pixabay)

Als Maßnahmen gehören dazu die Stärkung bzw. der Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV): unter anderem soll nach Ansicht des Bündnisses eine Straßenbahn wiedereingeführt, der Busverkehr durch Taktverdichtungen verbessert und ehemalige Bahnstrecken und Bahnhöfe wiederbelebt werden, flankiert von einem attraktiven Jahresabo. Gleichzeitig müssen der Rad- und Fußverkehr erheblich erleichtert werden, z.B. durch Schaffung von stadtteilübergreifenden Rad-Premiumrouten und innerstädtischen Fahrradstraßen sowie einem Sanierungskonzept maroder Radwege samt Umsetzung. Für den Fußverkehr bedarf es unter anderem einer Gehwegbreite von mindestens 2,5 m, einer Verlängerung der Grünphase von Fußgängerampeln, Neueinrichtung von Zebrastreifen und Maßnahmen gegen die Einengung von Gehwegen z.B. durch Zuparken. Die Sicherheit von Fußgänger*innen und Radfahrer*innen muss deutlich erhöht und der Fuß- und Radverkehr durch die Schaffung entsprechender Personalstellen in der Verwaltung gefördert werden. Das Verkehrswendebündnis fordert darüber hinaus eine Kommunikationsstrategie, um bei Bürger*innen Akzeptanz für die Maßnahmen zu schaffen. „Stadtverwaltung und der Magistrat müssen jetzt vor allem eins: Endlich machen!“, fordert das neue Verkehrswendebündnis.

Positionspapier & Kontakt