Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der hier beschriebenen Verwendung von Cookies durch den BUND einverstanden. An dieser Stelle können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen bzw. eine erteilte Einwilligung widerrufen. Der Einsatz von Cookies erfolgt, um Ihre Nutzung unserer Webseiten zu analysieren und unser Angebot zu personalisieren.

Region Weser-Elbe

BUND-Projekt "Pestizidfreie Kommune": Schon 90 Städte und Gemeinden gegen Glyphosat

Dank Noch-Landwirtschaftsminister Schmidt darf Glyphosat in der EU noch weitere fünf Jahre auf die Äcker gespritzt werden. Der BUND fordert nun Kommunen und Städte auf, auf das Gift zu verzichten.  (pixabay.de)

Bremerhaven/Berlin, 4. Dezember 2017: Deutschlandweit verzichten bereits 90 Städte und Gemeinden auf Glyphosat und andere Pestizide bei der Pflege ihrer Grün- und Freiflächen, darunter auch Bremerhaven. Um dieses Engagement zu dokumentieren und zu würdigen, hat der BUND eine interaktive Karte dieser pestizidfreien Kommunen veröffentlicht. In den Landkreisen Cuxhaven, Osterholz und Wesermarsch hat sich dagegen noch keine Kommune dieser Initiative angeschlossen.

„Mit dem Bekenntnis zur pestizidfreien Kommune kommen die Kommunalpolitiker ihrer Verantwortung für Menschen und Umwelt nach. Sie zeigen, es geht auch ohne Glyphosat“, sagt Bernd Quellmalz, BUND-Regionalgeschäftsführer Weser-Elbe. „Bremerhaven ist hier mit gutem Beispiel vorangegangen. Wir hoffen, dass es nun auch auf die Kommunen in den Landkreisen Cuxhaven, Osterholz und Wesermarsch ausstrahlt.“ Nach dem unlauteren „Ja“ des Bundeslandwirtschaftsministers Christian Schmidt, das für die Glyphosat-Wiederzulassung in Brüssel sorgte, sei es umso wichtiger, das vorbildliche Engagement der Kommunalpolitiker bekanntzumachen und dafür zu werben dieses nachzuahmen, so Quellmalz.

Sowohl in der Landwirtschaft als auch in den Kommunen und in Hobbygärten gibt es umweltfreundliche Alternativen zu Glyphosat, die Insekten wie Bienen und Wildbienen nicht gefährden. Quellmalz: „Blütenreich und ohne Gift – das sollte das Motto aller Städte und Gemeinden sein.“ Städte erfüllen viele Funktionen. Sie sind Orte der Erholung und Umweltbildung, Rückzugsgebiete für bedrohte Insekten wie Wildbienen, und sogar Lebensmittel wie Obst, Gemüse und Honig werden in Städten produziert. „Gifte haben in dieser Umgebung nichts zu suchen“, meint der BUND-Sprecher. Seiner Ansicht nach haben Kommunen viele Möglichkeiten für eine pestizidfreie Pflege ihrer Grün- und Freiflächen. „Statt giftgrünem Einheitsrasen oder exotischen Bepflanzungen können Städte und Gemeinden mit mehrjährigen Blühwiesen ein ganzjähriges Nahrungsangebot für Insekten schaffen“, empfiehlt Quellmalz. Für die Reinigung von Wegen seien mechanische und thermische Geräte eine gute Alternative zu chemischen Unkrautvernichtern.

Glyphosat gilt laut Krebsagentur der Weltgesundheitsorganisation als wahrscheinlich krebserregend beim Menschen und ist mitverantwortlich für das dramatische Insektensterben und den Verlust der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft. Das Totalherbizid vernichtet alle Wildkräuter und entzieht dadurch Insekten die Nahrungsgrundlage und den Lebensraum. Das Insektensterben wiederum gefährdet auch andere Tierarten und letztlich die Lebensmittelproduktion für Menschen, denn rund zwei Drittel der Kulturpflanzen sind auf Bestäuber angewiesen. 

Die interaktive Karte mit pestizidfreien Kommunen und weitere Informationen, darunter eine Beschlussvorlage für den Gemeinderat, gibt es im Internet unter: www.bund.net/pestizidfreie_kommune

BUND-Bestellkorb