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Region Weser-Elbe

Grienenbergsmoor erhalten!

Hagen im Bremischen, 23. August 2018. Auf unserer Exkursion zum Grienenbergsmoor in der Gemeinde Hagen im Bremischen informierten sich rund 20 Teilnehmer*innen über Zustand und Bedrohung dieses Moores. Das Grienenbergsmoor ist eine der letzten hochmoorartigen Flächen im Landkreis Cuxhaven, wo bereits über Jahrzehnte Torf abgebaut wurde. Trotzdem haben sich noch typische Pflanzen und Tiere dort halten können. Der nun erneut geplante Torfabbau würde diesen selten gewordenen Lebensraum von Hochmooren zerstören und jeden Bemühungen zum Klimaschutz widersprechen. Deshalb lehnt der BUND den Abbau von Torf grundsätzlich ab. Die Fotos zeigen die eindrucksvolle Landschaft, Sonnentau und Besenheide, aber auch die Vorboten des Torfabbaus, einen neuen Entwässerungsgraben und einen Bagger.


Weiger: Auf Torfabbau im Ahlenmoor verzichten!

Auf dieser Fläche im Ahlenmoor soll Torf abgebaut werden.  (Bernd Quellmalz)

Berlin / Bremerhaven / Cuxhaven, 17. Mai 2018. Nun haben sich in die Debatte um den geplanten Torfabbau im Ahlenmoor auch der BUND-Bundesverband sowie die BUND-Landesverbände Bremen und Niedersachsen eingeschaltet. In einem Brief an den Landrat des Landkreises Cuxhaven, Herrn Kai-Uwe Bielefeld, machten sie unmissverständlich deutlich, dass insbesondere aus Klimaschutzgründen dem BUND jedes Verständnis für eine großflächige Abgrabung von Torflagerstätten fehle. Der Umweltverband fordert, dem Torfabbau im Ahlenmoor die Genehmigung zu versagen.

„National und weltweit ringen wir mit allen Mitteln um die Einhaltung der Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens“, betont BUND-Vorsitzender Hubert Weiger. „Gerade der Landkreis Cuxhaven mit seiner Lage an der Nordseeküste müsste für den Klimaschutz besonders sensibilisiert sein und wirklich alles für eine effektive Reduktion der Klimagase tun. Der Abbau von Torf ist dagegen aber kontraproduktiv.“ Eine Studie aus dem Jahr 2014 hat gezeigt, dass beim Torfabbau unter Berücksichtigung auch der Torf-Verwendung die CO2-Freisetzung diejenige von intensiver landwirtschaftlicher Nutzung oft um mehr als das Zehnfache übersteigt. Denn der meist gärtnerisch eingesetzte Torf zersetze sich innerhalb von drei Jahren und setze weiteres CO2 frei. Der BUND sei sich selbstverständlich bewusst, dass die derzeit intensiv landwirtschaftlich genutzten Moorflächen im Ahlenmoor keinen großen direkten Naturschutzwert aufweisen und der Torf sich dort auch  allmählich zu klimaschädlichen Stoffen zersetze. Doch sei zu erwarten, dass infolge zunehmender Vernässung durch Bodensackungen derartige Intensiv-Nutzungen abnehmen und sich die Torfzersetzung verlangsamen werde , so der BUND.

Torf-Abbaufläche der Firma Gramoflor in Neukirchen-Vörden.  (BUND Unterweser / M. Gusky)

„Wir fordern daher Landrat Bielefeld auf, alle politisch und verwaltungsrechtlich zur Verfügung stehenden Mittel zu ergreifen, um dieses Torfabbau-Vorhaben zu verhindern“, erklärt Weiger. „Wir werden anhand dieses eklatanten Beispiels bundesweit auf die Folgen des Torfabbaus für den Klimaschutz hinweisen.“ Aus Sicht des BUND seien Torfimporte etwa aus dem Baltikum auf keinen Fall eine Lösung und erst recht keine Alternative zum heimischen Torfabbau. „Richtungsweisend für die nahe Zukunft ist für uns die Nutzung alternativer Rohstoffe“, verdeutlicht der BUND-Vorsitzende. Eleonore Lemke und Dr. Eike Rachor von den BUND-Gruppen Cuxhaven bzw. Unterweser machen das weiter deutlich: „Wir brauchen dringend ein klares Ausstiegsszenario mit Festlegung des zeitlichen Endes der Torfnutzung und jedweden großflächigen Torfabbaus in Deutschland, z.B. in 15 bis 20 Jahren. Die Nutzung von Kompost und ähnlichen Substraten muss jetzt dringend vorangetrieben und bei Bedarf sogar gefördert werden.“


Kein Torfabbau im Ahlenmoor!

Torfabbau gefährdet das Ahlenmoor im Landkreis Cuxhaven.  (BUND Unterweser)

BUND Cuxhaven und BUND Unterweser beschlossen Resolution zum Moorschutz

Bremerhaven/Cuxhaven, 28. März 2018. Die Mitgliederversammlungen der BUND-Kreisgruppe Cuxhaven und des BUND-Regionalverbandes Unterweser sprachen sich am 21. bzw. 15. März 2018 gegen den geplanten Torfabbau im Ahlenmoor aus. Beide BUND-Gruppen fordern in einer Resolution den Landkreis Cuxhaven, den Kreistag und auch die Landesregierung Niedersachsen auf, dieses nicht mehr zeitgemäße Torfabbauvorhaben zu stoppen. Aus Sicht des BUND seien Moorschutz, Torferhalt, Natur- und Klimaschutz höher zu bewerten als die wirtschaftlichen Vorteile eines Torf-Unternehmens und die finanziellen Interessen betroffener Landwirte.

„Nach den uns vorliegenden Informationen beabsichtigt der Landkreis Cuxhaven, einen Antrag auf Torfabbau am Ahlenmoor zu prüfen und womöglich zu genehmigen“, fürchtet Dr. Eike Rachor, Vorsitzender des BUND Unterweser. Gleich südlich des Moor-Informationszentrums MoorIZ im Bereich der Krodonswiesen im Ahlenmoor sollen demnach die dortigen landwirtschaftlichen Flächen von einem Torfabbau-Unternehmen aufgekauft werden und in den nächsten 25 Jahren dem Torfabbau dienen. Die Pläne sind nach Kenntnis des BUND schon weit gediehen, Voruntersuchungen wurden bereits angestellt und Vorverträge mit den betroffenen Landwirten verhandelt. „Solche Vorhaben sind aus Klima- und Naturschutzgründen nicht mehr zeitgemäß“, sagt Eleonore Lemke, Vorsitzende des BUND Cuxhaven. „Auch unter landwirtschaftlichen Flächen ist Torf ein großer Kohlenstoffspeicher und hilft, die Auswirkungen des Klimawandels zu begrenzen.“ Erst kürzlich wurde der Kreistag vom Klimaforscher Dr. K. Grosfeld, Alfred-Wegener-Institut, über den erforderlichen lokalen Klimaschutz informiert. Rachor: „Die Genehmigung eines Torfabbaus wäre genau das Gegenteil eines verantwortlichen Klimaschutzes im ländlichen Raum.“

Moorlilie  (M. Gusky)

Im gesamten Umkreis des betroffenen Gebietes sieht die Raumordnung die Festlegungen „Torferhalt“ und „Naturschutzgebiet“ vor. Gleich östlich schließt sich das geschützte „Fünf-Seen-Gebiet“ mit den letzten heilen, offenen Hochmoorflächen an. Seltene Moor-Ährenlilien und sogar der vom Aussterben bedrohte Langblättrige Sonnentau kommen dort vor. Diese einmaligen Moorbereiche sind von nationaler Bedeutung. „Sollte nebenan Torf abgebaut werden, könnten diese Flächen oder ihre als Puffer wirkenden Randzonen austrocknen oder auch sonst Schaden nehmen, etwa durch Immissionen, Lärm usw.“, erläutert Lemke die drohenden Gefahren. Rachor ergänzt: „Dass der Torfabbau am Ende eine einfach zu vernässende Restfläche hinterlässt, für deren Renaturierung die Abbaufirma aufkommen müsste, könnte die zuständige Naturschutzbehörde im Landkreis dazu bewegen, den Torfabbau zu genehmigen. Dem Klima- und Moorschutz hilft aber nur ein Verzicht auf den Torfabbau. Wir müssen im Kleinen anfangen.“ Für den Gartenbau stünden genügend Alternativen zur Torfnutzung, wie der Einsatz von Kompost, zur Verfügung. Im Übrigen habe der Nachbar-Landkreis Rotenburg erst kürzlich einem ähnlichen Torfabbau-Vorhaben bei Gnarrenburg die Genehmigung versagt, so der Umweltverband.

Resolution "Kein Torfabbau im Ahlenmoor" vom BUND Cuxhaven und BUND Unterweser

Torfmoos  (BUND Unterweser)

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