Region Weser-Elbe

Weihnachten ohne Gift im Wohnzimmer

05. Dezember 2019

BUND rät zu Bio-Weihnachtsbäumen aus zertifizierten Betrieben

Weihnachtsbäume aus Plantagen wurden meistens gespritzt und gedüngt. Bei Bäumen aus Forstbetrieben gibt es Hoffnung, dass dem nicht so ist. Aber vorher besser nachfragen.  (Reginal / pixabay)

Untersuchungen des BUND haben gezeigt, dass nicht selten Weihnachtsbäume aus herkömmlicher Produktion mit Pestiziden belastet sind. Die BUND-Regionalgeschäftsstelle Weser-Elbe empfiehlt daher, Weihnachtsbäume besser aus ökologischer Waldwirtschaft oder aus anerkannt ökologischen Weihnachtsbaumkulturen zu kaufen. Wenn ein solches Angebot fehlt, sollte man laut BUND seinen Baum aus der Region beziehen und ihn am besten beim nächstgelegenen Waldbetrieb selber schlagen.

„Etwa 90 Prozent der rund 25 Millionen Weihnachtsbäume, die in Deutschland pro Jahr verkauft werden, stammen aus Intensiv-Plantagen“, sagt Bernd Quellmalz, BUND-Regionalgeschäftsführer Weser-Elbe. „Dort wird stark gespritzt und gedüngt – zum Schaden von Tieren, Pflanzen, Gewässern und Böden.“ 2017 ließ der BUND die Nadeln von 17 Weihnachtsbäumen von einem unabhängigen Labor auf Rückstände von knapp 140 Pestiziden untersuchen (Weiterlesen). Bei 13 der analysierten Bäume, also bei 76 Prozent, fand das Labor insgesamt neun verschiedene Pestizide, von welchen fünf zu den gefährlichsten zählen, die derzeit in der EU eingesetzt werden. Mehr als die Hälfte der getesteten Bäume war mit mindestens zwei Wirkstoffen belastet, ein Baum enthielt sogar Rückstände von vier Pestiziden. Am häufigsten wurde das Insektizid Lambda-Cyhalothrin festgestellt, das akut toxisch sowie giftig für Bienen und Wasserlebewesen ist, Nervenzellen und das Hormonsystem schädigt und sich in Organismen anreichert. Auch der Wirkstoff Parathion-Ethyl, dessen Einsatz in der EU seit 15 Jahren verboten ist, sowie das umstrittene Totalherbizid Glyphosat wurden nachgewiesen. Die 2017 untersuchten Weihnachtsbäume stammten überwiegend von deutschen Plantagen und wurden von BUND-Aktiven stichprobenartig in Baumärkten, Gartencentern und im Straßenverkauf an 15 Orten im gesamten Bundesgebiet erworben. „Gesundheitliche Auswirkungen durch pestizidbelastete Weihnachtsbäume auf Menschen, sind nicht auszuschließen“, warnt Quellmalz. „Denn es ist möglich, dass Pestizide in geschlossenen und beheizten Räumen in die Raumluft ausdünsten.“ Die mit entsprechenden Bio-Siegeln gekennzeichneten Bäume stammen dagegen aus Plantagen oder Wäldern, die ökologisch bewirtschaftet werden. Dabei wird auf Kahlschläge, Düngung, Entwässerungsmaßnahmen und den Einsatz von Pestiziden verzichtet. Ein Öko-Weihnachtsbaum ist oft nur wenig teurer, jedoch haben Verbraucher die Sicherheit, dass ihr Wohnzimmer frei von Schadstoffen bleibt und die Umwelt geschont wird.

Verkaufsstellen von Öko-Weihnachtsbäumen in bzw. nahe der Region Weser-Elbe finden sich laut Robin Wood (www.robinwood.de) zum Beispiel hier:

  • Cuxhaven: toom Baumarkt, Meyerstraße 46. Bio-zertifizierte Nordmann-Tannen in zwei Größen (bis 1,3 bis 1,5 m und 1,8 bis 2,2 m). Auf Kennzeichnung der Weihnachtsbäume mit dem EU-Bio-Logo und dem Fair Trees Zertifikat achten!
  • Bremen: Die Gärtnerei, Alter Kuhweideweg 90, 28203 Bremen, Tel.: 0421/875950 (Bio-Siegel). Ab 11. Dezember auf dem Ulrichs-Platz am Ostertorsteinweg, direkt vorm Café "Litfass", angeboten werden Nordmanntannen sowie Blau- und Rotfichten (auch getopft) aus Kulturen von Schulte-Göbel in 57392 Schmallenberg-Felbecke.
  • Bremen und Lüneburg: Die Baumarktkette Bauhaus bietet ab 26. November - allerdings nur in geringem Umfang von 25 Stück/pro Filiale - auch BIO-zertifizierte Nordmann-Tannen an (1,50‑2,00 m; 39,95 €); Die Bäume stammen aus den Betrieben von Peter Quast aus 57482 Wenden und/oder Volker Grüber aus 58553 Halver.
  • Landkreis Diepholz: Carsten Dirk Engelke, 27318 Hoyerhagen (Naturland). Zertifiziert angeboten werden Fichten, Blau-und Omorika-Fichten sowie Douglasien; die ebenfalls angebotenen großen Nordmann-Tannen sind nicht zertifiziert; Verkauf täglich direkt ab Hof, Vogelsang 9; Tel.: 04251/3258, 0171/7609119.
  • Landkreis Harburg: Minkenhof, Jan Meyer, Itzenbütteler Sod 4, 21266 Jesteburg (Bioland). Verkauf ab 8.12, täglich ab 11 Uhr aus der Weihnachtsbaumkultur zum Selberaussuchen und/oder Selberschlagen; Anfahrt: nach Itzenbüttel fahren und den Ausschilderungen zum „Grünen Jäger“ folgen. Genau gegenüber befindet sich die Kultur; warme Getränke am Lagerfeuer; am Wochenende auch mit deftiger Erbsensuppe, Bockwurst und Bratwurst; Tel.: 04181/7755.
  • Landkreis Stade: Henry Jungclaus, Vorwerk 11, 21720 Engelschoff (Naturland). Angeboten werden nur wenige Nordmann-Tannen (Naturland), alle größer als 3 m!; Verkauf nach Absprache. Tel.: 04144/5780.

Ökologisch angebaute Weihnachtsbäume können darüber hinaus unter www.bio-weihnachtsbaum-versand.de bestellt werden. Falls Öko-Weihnachtsbäume nicht (mehr) erhältlich sind, empfiehlt der BUND, einen Baum bei den regionalen Forstbetrieben zu beziehen, um zumindest die Transportwege kurz zu halten. Weitere Infos unter www.BUND-Weser-Elbe.de.

Bei Rückfragen:

Bernd Quellmalz, BUND-Regionalgeschäftsführer Weser-Elbe, Tel.: 0176 / 51 63 80 85

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