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Region Weser-Elbe

Vögel schützen, nicht nur füttern!

23. Januar 2019

BUND gibt Tipps zur richtigen Vogelfütterung und zum Vogelschutz im Garten

 (Georg Wietschorke)

Während der kalten Jahreszeit füttern viele Menschen wieder im Garten und auf dem Balkon mit Meisenringen und Körnerfutter die Vögel. Der BUND gibt jetzt Tipps, was dabei zu beachten ist. Der Umweltverband betont aber auch, dass die Fütterung den Vögeln nur in Einzelfällen hilft, da Vögel weniger durch Futterknappheit, sondern vor allem durch die Zerstörung ihrer Lebensräume gefährdet seien. Die Vogelfütterung sei aber ein Beitrag zum Naturerleben, insbesondere in Städten und Siedlungen. Mit etwas Glück stellen sich bis zu 15 Vogelarten an der Futterstelle ein.

„Sinnvoll ist das winterliche Füttern vor allem, wenn es dazu dient, Kinder und auch Erwachsene am Vogel­häuschen mit unserer vielfältigen Vogelwelt vertraut zu machen“, ist Bernd Quellmalz, BUND-Regionalgeschäftsführer Weser-Elbe überzeugt. Auf jeden Fall sollte die Futterstelle regelmäßig gesäubert werden, damit sie sich nicht zu einem Infektionsherd entwickelt. Denn in den klassischen Futterhäuschen, in denen die Vögel beim Fressen sitzen, vermischt sich das Futter leicht mit dem Vogelkot. „In einem so genannten Futtersilo ist das Futter aber vor Verunreinigung durch Kot geschützt“, gibt der Biologe einen Tipp. „Außerdem ist darin die Gefahr geringer, dass es nass wird und schimmelt.“ Mit speziellem Vogelfutter für Körner fressende Gartenvögel können gezielt Haussperling, Dompfaff, Buchfink oder der Stieglitz an das Silo gelockt werden. Diese Arten mögen ölhaltige, energiereiche Sämereien wie dunkle Sonnenblumenkerne oder Mohn. Weichfutterfresser, wie Amsel, Rotkehlchen oder Heckenbraunelle kann man eine Zeit lang mit Obststücken, Rosinen oder getrockneten Wildbeeren erfreuen. Für Meisen schließlich sind die bekannten Meisenknödel oder Meisenringe sowie Drahtbehälter mit naturbelassenen Erdnüssen das richtige Angebot. „Beim Kauf von Vogelfutter sollte auf jeden Fall darauf geachtet werden, kein Körnerfutter mit Samen des für uns Menschen hoch allergenen Traubenkrauts Ambrosia zu kaufen. Die breitet sich derzeit aggressiv aus“, warnt Quellmalz. „Außerdem dürfen keinesfalls gesalzene oder gewürzte Essensreste verfüttern werden. Sie können für Vögel tödlich sein.“

Viele Vogelarten in Deutschland sind bedroht, z.B. durch die Zerstörung ihrer Lebensräume. „Da hilft das zusätzliche Futterangebot leider nur wenig“, betont der Naturschützer. Grundsätzlich seien Vögel auf das jahreszeitlich wechselnde Futterangebot eingestellt. „Ein Zuviel kann das ökologische Gleichgewicht sogar ins Wanken bringen“, sagt Quellmalz. „So nehmen nur wenige Arten das Futter an. Kommen Standvogel-Populationen wie die der Kohlmeise damit vermehrt durch den Winter, finden Zugvögel wie der seltene Trauerschnäpper und der Gartenrotschwanz bei ihrer Rückkehr nur noch wenige freie Nistplätze vor. Nachhaltiger können Vogelfreunde ihren Schützlingen helfen, wenn sie im Herbst Gartenstauden stehen lassen, heimische Gehölze pflanzen und Kompost- oder Laubhaufen anlegen. „So werden zum Beispiel Nischen für Insekten und ein Angebot an Wildbeeren geschaffen“, erklärt der BUND-Sprecher. „Das ist dann gelebter Vogelschutz.“

Weitere Informationen dazu gibt es unter www.BUND-Weser-Elbe.de und in der BUND-Broschüre „Vögel im Winter - wie Sie ihnen am besten helfen können“, die für 2,20 Euro unter www.bundladen.de erhältlich ist.

Bei Rückfragen: Bernd Quellmalz, BUND-Regionalgeschäftsführer Weser-Elbe, Tel.: 0176 / 51 63 80 85

Hinweis zur Nutzung der mitgesandten Fotos:

Die angehängten Fotos von einem Rotkehlchen am Futterhaus sind für den einmaligen, kostenfreien Abdruck im Rahmen der Berichterstattung über den BUND und seine Arbeit und unter Angabe der Quelle „BUND / G. Wietschorke“ (Rotkehlchen) freigegeben.

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