Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der hier beschriebenen Verwendung von Cookies durch den BUND einverstanden. An dieser Stelle können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen bzw. eine erteilte Einwilligung widerrufen. Der Einsatz von Cookies erfolgt, um Ihre Nutzung unserer Webseiten zu analysieren und unser Angebot zu personalisieren.

Region Weser-Elbe

Fledermäuse brauchen Freunde

03. Mai 2019

BUND lädt zu Vortag und Workshop zum Fledermausschutz in Bremerhaven ein / Gründung einer Arbeitsgruppe geplant

Großer Abendsegler  (Eberhard Menz / BUND)

Die BUND-Regionalgeschäftsstelle Weser-Elbe lädt jetzt zu dem Vortrag „Fledermäuse – Jäger der Nacht“ mit Exkursion am 24. Mai sowie zu dem Workshop „Fledermäuse: Bestimmen. Beobachten. Schützen.“ mit Exkursion am 25. Mai 2019 ein. Der BUND möchte mit beiden Veranstaltungen über die Fledermäuse und ihre Gefährdung informieren und sucht Interessierte, die sich in Bremerhaven und Umgebung für den Fledermausschutz einsetzen möchten.

„Fledermäuse sind vielen Bedrohungen ausgesetzt“, betont Bernd Quellmalz, BUND-Regionalgeschäftsführer. „Wir möchten daher jetzt mit neuen Aktivitäten zu ihrem Schutz beitragen.“ Dafür gibt es viele Ansatzpunkte: „Zunächst möchten wir erfahren, wo überhaupt Fledermäuse leben. Dabei hilft uns ein so genannter Bat-Detektor, der ihre Ultraschallrufe für uns hörbar macht.“ Wenn Fledermaus-Quartiere erst einmal bekannt sind, können sie auch effektiv geschützt werden. Beispielsweise werden im Zuge von Wärmedamm-Maßnahmen an Gebäuden nicht selten Fledermaus-Quartiere, meist unbeabsichtigt, verschlossen. „Hier lassen sich Klima- und Artenschutz aber bestens miteinander verbinden, indem die Sanierung fledermausfreundlich gestaltet wird oder ggf. Ersatzquartiere geschaffen werden“, weiß der Biologe. „Aber nicht nur an Gebäuden, sondern auch im Wald, Parks und Gärten kann es sinnvoll und hilfreich sein, entsprechende Wohnhöhlen an geeigneten Standorten aufzuhängen.“ Die Möglichkeiten für Aktivitäten seien also groß. Quellmalz: „Und eins ist sicher: spannend ist es allemal. Denn um Fledermäuse beobachten zu können, müssen wir nachts unterwegs sein. Das kommt Nachschwärmern gelegen. Der Einsatz von Bat-Detektoren ist dann definitiv auch für Technik-Freaks interessant.“

Bei dem Vortrag „Fledermäuse – Jäger der Nacht“ mit Exkursion am 24.5., 20 Uhr berichtet der Biologe Lothar Bach zunächst vom Leben der Fledermäuse und führt ab Sonnenuntergang (21.33 Uhr) mit Bat-Detektoren zur Bestimmung der nachtaktiven Fledertiere durch den Bremerhavener Bürgerpark.

Der Workshop „Fledermäuse: Bestimmen. Beobachten. Schützen.“ mit Exkursion am 25.5., 14 Uhr führt tiefer in den Fledermausschutz ein. Dafür erläutert Lothar Bach zunächst in einem Theorieteil die Biologie, Ökologie und Bestimmung von Fledermäusen. Ab Sonnenuntergang (21.33 Uhr) spüren die Teilnehmer*innen bei einer Exkursion Fledermäusen mit dem Bat-Detektor nach. Ziel des Workshops ist es, eine Fledermaus-Arbeitsgruppe im BUND zu gründen, die sich für den Schutz der Fledertiere einsetzt. Wegen der nächtlichen Aktivität der Tiere dauert der Workshop bis tief in die Nacht. Teilnahmebeitrag 10,- €. Essen und Trinken bitte selbst mitbringen. Wegen der begrenzten Plätze (Max. 12 Pers.) ist eine ANMELDUNG unbedingt bis zum 20. Mai 2019 erforderlich unter bernd.quellmalz(at)nds.bund.net!

Der Veranstaltungsort ist in beiden Fällen das GTV-Vereinsheim, In den Nedderwiesen 3, Bremerhaven. Weiterführende Infos zum Fledermausschutz, Broschüren zum Herunterladen und weiterführende Links gibt es unter www.BUND-Weser-Elbe.de.

Hintergrund

25 Fledermausarten kommen in Deutschland vor, die alle bedroht und streng geschützt sind. Sie leiden stark unter der Windenergienutzung und der intensiven Land- und Forstwirtschaft, die z.B. durch den Einsatz von Insektiziden ihre Nahrungsgrundlage vernichtet. Gleichzeitig verschwinden in den Siedlungen ihre Lebensräume, da z.B. viele traditionelle Quartiere der Gebäudesanierung zum Opfer fallen. Fledermäuse haben abhängig von der Jahreszeit unterschiedliche Ansprüche an ihre Quartiere. Deshalb unterscheidet man zwischen Sommer- und Winterquartieren. Oft nutzen Fledermäuse über Jahre oder sogar Jahrzehnte hinweg dieselben Unterschlüpfe. Im Frühling suchen Fledermäuse ihre Sommerquartiere auf. Gebäude bewohnende Fledermäuse finden diese zum Beispiel unter Dachpfannen, in Hohlwänden, unter Verblendungen oder auf Dachböden. Sommerquartiere dienen ihnen als sichere Zufluchtsorte, in den sogenannten Wochenstuben gebären und ziehen sie die Jungen auf. Fledermäuse haben meist mehrere Sommerquartiere. Die Sommerquartiere müssen trocken, warm und zugluftgeschützt sein. Im Herbst fliegen Fledermäuse zurück in ihre Winterquartiere. Diese finden sie zum Beispiel in ungenutzten Kellern, tiefen Mauerspalten oder auch Dachböden, Bunkern und Stollen. Dort halten sie gemeinsam, oft auch zusammen mit mehreren Fledermausarten, ihren Winterruhe. Winterquartiere müssen kühl, aber frostfrei sein und eine geringe Temperaturschwankung sowie eine hohe Luftfeuchtigkeit aufweisen. Ein bekanntes Winterquartier in der Region ist z.B. der Bunker Valentin in Bremen-Farge.

Bei Rückfragen: Bernd Quellmalz, BUND-Regionalgeschäftsführer Weser-Elbe, Tel.: 0176 / 51 63 80 85

 

 

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb