Region Weser-Elbe

Ausbreitung der Vogelgrippe minimieren

17. November 2020

BUND-Appell: Wasservögel den Tieren und Gewässern zuliebe nicht füttern

Möwen und Wasservögel kommen in Massen, wenn sie gefüttert werden - mit schwerwiegenden Folgen für sie und die Gewässer.  (pixabay.com)

Der BUND fordert in Anbetracht der zunehmenden Verbreitung der Vogelgrippeviren H5N8 und H5N5 jetzt die Bürgerinnen und Bürger auf, Wasservögel wie Enten und Schwäne in Parks und Grünanlagen nicht mehr zu füttern. Die Ansammlung von Vögeln an den Futterplätzen begünstige die Übertragung von Krankheiten von Vogel zu Vogel, so der BUND. Darüber hinaus schade die Fütterung von Wasservögeln sowohl den Tieren selbst als auch den Gewässern, so der Umweltverband.

„Durch den engen Kontakt zwischen den Vögeln am Futterplatz wird die Ansteckungsgefahr unter den Vögeln unnötig erhöht“, erklärt Bernd Quellmalz, BUND-Regionalgeschäftsführer Weser-Elbe. „Das Futter könnte an solchen Stellen mit Vogelkot verunreinigt werden. Wenn dieser Kot mit dem Virus infiziert ist, laufen gesunde Vögel Gefahr, das Virus mit dem Futter aufzunehmen und sich anzustecken.“ Singvögel könnten aber weiterhin gefüttert werden, denn diese gelten nicht als gefährdet. Quellmalz: „Aber wir empfehlen für die Fütterung von Singvögeln, auf jeden Fall ein so genanntes Futtersilo zu verwenden. Darin wird im Gegensatz zu den offenen Futterhäuschen die Verunreinigung des Futters durch Vogelkot verhindert.“ Der BUND betont gleichzeitig, dass es sich bei der Vogelgrippe um eine Tierseuche handelt und für den Menschen nach bisherigen Erkenntnissen keine akute Gefahr besteht. Unter den Haustieren sind Hühner, Enten, Gänse und Puten am stärksten anfällig für die Vogelgrippe. Um die Ansteckungsgefahr zu minimieren, gilt deshalb seit heute im Land Bremen eine Stallpflicht. Der BUND empfiehlt, Hunde und Katzen in der Nähe von Wasservogel-Rastplätzen nicht frei laufen zu lassen, um einer Ansteckung der Haustiere vorzubeugen. In Bremens Naturschutzgebieten bestehe ohnehin ganzjähriger Leinenzwang. Wer mehrere tote Wildvögel an einer Stelle findet, sollte den Fund schnellstmöglich beim örtlichen Veterinäramt melden, fordert der BUND Bürgerinnen und Bürger auf. Auf keinen Fall sollten die Vögel berührt werden.

Im Übrigen betont der BUND, dass der „Freizeitsport Entenfüttern“ zwar gut gemeint sei, aber sowohl den Vögeln als auch den Gewässern schade. Viele vermeintliche Vogelfreunde verfüttern tütenweise oftmals altes, zum Teil sogar schimmeliges Brot an die Wasservögel. Nicht selten seien Vogelansammlungen von bis zu tausend Tieren auf Teichen zu beobachten, die natürlicherweise gerade mal unter hundert Tiere ernähren könnten. „Neben der Verbreitung von Krankheiten führt die massive Konzentration der Wasservögel an den Fütterungsstellen auch zu einer Überdüngung des Gewässers“, erklärt der Biologe. Infolge der damit einhergehenden hohen Nährstoffkonzentrationen vermehren sich die im Wasser schwebenden Algen massenhaft. Dadurch dringt zu den unteren Wasserschichten kein Licht mehr durch. Pflanzen und Algen sterben ab und sinken auf den Gewässergrund, wo sie zersetzt werden. Dies verbraucht Sauerstoff, der dann den übrigen Bewohnern der Gewässer, wie z.B. Fischen und Kleinlebewesen fehlt. „Wild lebende Tiere kommen in der Natur besser ohne uns zurecht“, betont Quellmalz. Brot stelle keine natürliche Nahrung für die Wasservögel dar. Ohne lokal konzentrierte Fütterungen verteilen sich die Wasservögel an den Gewässern und gehen dort ihrer Nahrungssuche nach.

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